10 Fragen an Heidrun Spiekermann (Miss Hopkins)

Heidrun Spiekermann wohnt in Pirna. Sie ist Mitglied beim OZ Dresden (Stellvertretende Vorsitzende) und OZ Heidenau (Stellvertretende Vorsitzende).

Wie lange zauberst du schon für Kinder?

Zum Magischen Zirkel habe ich bereits 1998 gefunden. Das Zaubervirus hat mich damals sofort gepackt. Danach hat es aber noch ca. 7 Jahre gedauert, bis ich meine Rolle gefunden hatte und als Miss Hopkins, das zaubernde Kindermädchen, tatsächlich vor Kindern aufgetreten bin. Mit meiner Ballonmodellage habe ich das schon deutlich früher gemacht. Eigentlich bin ich Lehrerin für berufsbildende Schulen Sek. II in Deutsch und Biotechnik (Fachkunde für Friseure). Diesen Beruf übe ich aber schon lange nicht mehr aus. Mittlerweile bin ich hauptberuflich mit meinem Zauberprogramm und meiner Ballonmodellage unterwegs. Dies alles nach dem Motto: „Wenn man Miss Hopkins ruft, dann kommt sie auch!“

Welche zwei sind deine Lieblingstricks im Kinderprogramm?

Sehr gerne führe ich das Magic Drawing Board von Axtell vor. Es ist unglaublich, die Reaktionen der Kinder dabei zu sehen. Selbst ganz Kleine haben dabei schon wundervoll mitgemacht. Außerdem führe ich Kurz-Mittel-Lang als Spaghetti vor, die gekocht werden müssen. Auch die habe ich eigentlich immer im Programm.

Was gefällt dir am besten bei Kindervorstellungen?

Die Kinder sind ehrlich. Wenn ich sehe, dass sie wirklich Feuer und Flamme sind, dann weiß ich, dass ich es an dem Tag geschafft habe. Den Umgang mit den Kindern bei einer Zaubershow musste ich aber wirklich lernen. Zu Beginn wusste ich überhaupt nicht, wie ich sie „bei der Stange halte“. Kinder zeigen einem direkt, wenn es ihnen nicht gefällt. Sie gehen einfach! Das ist eine furchtbare Situation, denn wenn ein Kind geht, dann überlegen auch andere, ob es nicht doch noch etwas Spannenderes zu entdecken gibt.

Eine große Unterstützung hat mir damals mein erster Zauberlehrer Manfred Grabinski gegeben, der mir gerade bei meinen ersten Auftrittserfahrungen wirklich seine Kniffe aus jahrelanger Praxis verraten hat. Danach war ich dann in der Lage, meinen eigenen Weg zu gehen. Besonders rührt es mich an, wenn nach der Vorstellung kleine Zuschauer zu mir kommen, sich vielleicht bedanken, mir einen schönen Tag wünschen oder sie einfach das Gespräch mit mir suchen. Dann geht mir das Herz auf. Eine Situation, die ich in meinem wirklichen Beruf zu selten hatte.

Was nervt dich am meisten bei Kindervorstellungen?

Wenn die Erwachsenen hinten stehen oder sogar mitten im Publikum sitzen und die Zeit der Vorstellung nutzen, endlich miteinander zu quatschen. Oder wenn die Eltern sich nicht darum kümmern, wenn ihr Kind nach vorne krabbelt oder läuft und wirklich stört. Mir ist einmal ein kleines Kind in meine Standballonpumpe gekrabbelt, die fiel um und der Fuß der Pumpe war gebrochen. Viele Erwachsene meinen leider, der Künstler bekommt sein Geld, jetzt soll er sich an allen Fronten abarbeiten. Das finde ich sehr unhöflich, aber zum Glück gibt es auch die Anderen, die höflich und hilfsbereit sind.

Welche Bühnenkleidung trägst du bei Kindervorstellungen?

Ich habe mich am Outfit und Figur von Mary Poppins orientiert, mein Hauptkostüm ist ein langer Rock mit einer Riesenschleife am Allerwertesten (die Schleife ist das Erkennungszeichen für zaubernde Kindermädchen), einen Samtblazer, großer Hut, Rüschenbluse, Perlenkette und natürlich ein Schirm. Auf der Bühne wechsele ich dann zu meiner „Gute-Laune-Schürze“.

Bei der Ballonmodellage trete ich sehr unterschiedlich auf, einfach nach Lust, Laune und Zeit. Manchmal mit Riesenballonhut (das Basteln dauert wirklich lange) oder mit lila Perücke.

Wie dekorierst du die Bühne?

Ich neige dazu, mit viel Gepäck zu reisen. Eigentlich müssten mir dazu Bühnen wie Helene Fischer zur Verfügung stehen: Kleiderpuppe, auf der die Gute-Laune-Schürze dekoriert ist, Garderobenständer, an dem meine Requisiten hängen, Riesenwecker, der mir die Zeit sagt, eine schön dekorierte Kiste, in die ich alles wieder verschwinden lassen kann, Gitarre, Tische mit gestickten Decken meiner Oma usw.! Aber in der Realität kommt es natürlich nur selten vor, dass ich tatsächlich genügend Platz habe, um alles hinzustellen. Trete ich drinnen auf, dann stelle ich meine „Spiderwand“ verkehrt herum und dekoriere sie mit den Zauberrequisiten im Gestänge. Zu Beginn gibt das ein zauberhaftes Bild, zu Weihnachten natürlich noch weihnachtlich dekoriert. Während der Vorstellung leert sich die Wand dann immer mehr.

Wenn du einen Wunsch frei hättest für deine Kinderzauberei, welcher wäre es?

Ich wünsche mir einfach, dass ich das, was ich mache noch einige Jahre mit Freude tun kann und dass die Kinder auch weiterhin ihren Spaß mit Miss Hopkins haben. Auch dann, wenn diese vielleicht etwas in die Jahre kommt.

Welchen Kindertrick würdest du niemals vorführen und warum nicht?

Da fällt mir im Moment keiner ein. Wichtig ist es doch immer, wie wir ein Kunststück vorführen. Ein Kunststück kann bei Zauberer A langweilig sein, Zauberer B versteht es, die Kinder abzuholen und zu begeistern. Wir sollten die Kinder respektvoll behandeln und darauf achten, dass dies die Kinder auch untereinander tun, beispielsweise, wenn jemand auf der Bühne assistiert.

Wer sind deine zauberischen Vorbilder (generell Zauberkunst)

Als Kinderzauberer: Julian Mather, David Kaye, Martin Mathias + Frau und auf jeden Fall Ted McKoy!!

Zauberer generell: Bert Rex, Topas, Helge Thun

Was sind deine 3 Lieblingsbücher zum Thema Zauberkunst?

Seit Neuestem die Veröffentlichungen von Paralabs, Bücher und Seminar-/ Arbeitsnotizen von Alexander de Cova und Just for Fun von Christopher T. Magician

Wie hältst du dich in Bezug auf Zauberkunst für Kinder auf dem Laufenden?

Ich tausche mich viel mit Kollegen-/innen aus, fahre in den letzten Jahren regelmäßig nach Blackpool, bin häufig bei der Balloonjam in Melle gewesen, fahre zum Kinderzauberer-Treffen am Hölzernen See und besuche all die Seminare, die für mich interessant und erreichbar sind. Sehr viele Neuigkeiten erfahre ich in den letzten Jahren über Facebook, wo man in den verschiedenen Gruppen immer wieder Denkanstöße bekommt und von Neuem erfährt. Gerade in der Ballonmodellage ist Facebook für mich eine Goldgrube. Außerdem habe ich in den letzten Monaten sehr viel gelernt, denn es fanden viele Zoomtreffen und Seminare mit Gleichgesinnten im Internet statt und das war einfach nur wunderbar!

Herzlichen Dank für das Interview und weiterhin viel Spaß in der Zauberkunst für Kinder!

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