Axel Hecklaus Zoom-Show für die Familie

Gastbeitrag von Roman Ertl

Axel Hecklaus Intention bei seinen Online-Shows ist, dass die Familie gemeinsam ein Erlebnis teilen kann. Im Folgenden möchte ich einige Betrachtungen zur Familienorientierung seiner Vorstellungen aufzeigen, welche uns Impulse geben könnten.

Axel Hecklau verwandelt sich gleich in einen Berliner Wachtmeister –
Foto veröffentlicht mit Genehmigung von Axel Hecklau

Zunächst die Uhrzeit: Die Vorstellungen finden samstags um 20 Uhr statt. Ist dies für kleine Kinder nicht zu spät? Offensichtlich nicht, denn auf den geteilten Bildschirmen hüpfen auch kleine Kinder auf den Sofas der zusehenden Haushalte herum. Wochentags arbeiten die Erwachsenen und Samstag- bzw. Sonntag(vor)mittags gibt es wohl andere Aktivitäten, die Familien lieber zu diesen Tageszeiten unternehmen. Statt also den Spielfilm zu sehen, nimmt die gesamte Familie an dem interaktiven Online-Zauberevent teil.

Interaktion

Die Interaktionen: Alle Familienmitglieder können Kommentare direkt online für die Anderen ersichtlich eintippen (lassen), einen auszudruckenden Daumen nach oben oder unten halten, an den Mitmachkunststücken teilhaben oder direkt (Assistentenauswahl erfolgt über das Galeriebild) mit dem Zauberer wirken. Über einen QR-Code können die Zusehenden bei einem Voting mitmachen, ihre Heimatstadt zu einem Gesamtbild aller Zuschauer hinzufügen oder Rückmeldungen geben. Obwohl der Umgang mit dem Computer inzwischen auch für Kinder alltäglich geworden ist, hat wohl ein Erwachsener oder ein älteres Geschwisterkind hierbei die Aufgabe der häuslichen Bildschirmkoordination.

Routinen

Die Routinen: Die ersten beiden Piecen sind Münzen- sowie Geldscheinzaubereien, deren wunderbare Wandlungen für alle Altersstufen visuell, humorvoll und verblüffend sind. Das Mitmachkunststück „Nasefassen“ ist für Kinder, wie für Erwachsene lustig und erstaunlich. Axels Nageltrick ist ebenfalls für jedes Alter geeignet und irre komisch, denn er zieht unter der nicht plattgehauenen Papiertüte einen Kaktus hervor. Das invisible deck, welches einer Zuschauerin online zugeworfen wird und pantomimisch mit köstlichem Unfug ausgespielt werden kann, könnte für Kinder jedoch bei der Wahl „Kreuz König“ noch nicht familiär sein. Für Axels Online- Buchtest ist der wohl 12jährige Junge als Mitspieler eine gute Wahl, denn Lesen ist hier Voraussetzung. Für kleinere Kinder ist dabei die intensive Kommunikation der beiden Akteure beim Übertragen von Gedanken spannend.

Das Kümmelblättchen mit Riesenkarten, das Axel in einer historischen Berliner Wachtmeisteruniform vorführt, hat einen klassischen Spannungsbogen. Die zu suchende „rote Tante“ unter den drei Karten motiviert auch Kinder, dem Geschehen aufgeregt zu folgen. Es schließt sich ein getarntes Abzählkunststück zum Mitmachen an; die in einem Kreis dargestellten weltberühmten Zauberer auf dem vorher auszudruckenden Papier sind zahlreich, aber alle Finger landen schließlich auf Houdini. Da hier (höchstens) bis zwölf zu zählen ist, können 6jährige locker bestehen. Am Bildschirm konnte ich zudem erkennen, dass im Familienverband gemeinsam gezählt wurde. Sein (derzeitiges) Finale ist Dai Vernons „trick that fooled Houdini“. Für Jugendliche und Erwachsene ein Mirakel, für Kinder prima zum Einschlafen auf dem Sofa mit Kopf auf Omas Schoß, denn es ist schon spät geworden.

Fazit

Ein erstes Fazit zu den Piecen: Die Kunststücke sind leicht nachvollziehbar und durchweg erstaunlich und sogar mit magischem Flair und sie sprechen alle Generationen an. Da hat Axel für diese Auswahl wohl länger Erfahrungen sammeln müssen, bis alle Kriterien in der Routinenstruktur erfüllt waren.

Zweites Fazit: Der authentische, sympathische, humorvolle und magische Darsteller trägt durch seine sprachlichen, handwerklichen, künstlerischen und technischen Kompetenzen so eine Online-Familienshow. Dies schließt mit ein, dass er in der Plauder-Viertelstunde mit dem Publikum nach der Show seine Socken zeigt, denn er zaubert ohne Schuhe, weil die Fußschalter so besser zu bedienen sind.

Sind die 75 Minuten, welche die Show dauert, nicht für kleinere Kinder etwas zu lang? Egal, sie haben durchgehalten und werden am kommenden Morgen stolz von dem Zauberevent berichten.

Mehr Informationen zu Axel Hecklau und seinen online Shows auf www.hecklau.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.