Corona Virus – geht uns das etwas an? (Ergänzt am 13.03.)


Ergänzung am 13.03.2020:

Nach den gestrigen Entwicklungen an der Coronar-Front habe ich gehandelt und den Spielbetrieb im Zaubertheater bis auf weiteres eingestellt. Und ich werde auch vorläufig keine privaten Termine wahrnehmen.

Die Gründe: Zum einen aus Selbstschutz, ich gehöre vom Alter her zur Risikogruppe, auch wenn ich kerngesund bin und keine Vorerkrankungen habe. Zum anderen möchte ich durch meinen Auftritt keine Ansammlung von Menschen bieten, auf der andere sich infizieren können.


Der ursprüngliche Artikel:

Zurzeit werden in ganz Deutschland mehr und mehr Veranstaltungen wegen der Gefahr des Coronarvirus-Ausbreitens abgesagt – was ich persönlich für richtig halte. Wie sollen wir uns als Zauberkünstler verhalten? Geht uns das etwas an?

Nun, wenn wir einfach gebucht sind, wohl nicht. Denn dann ist der Veranstalter für die Durchführung zuständig und verantwortlich. Dann wäre nur zu klären, ob und wie ich meine Infizierungsgefahr einschätze und ob ich den Auftrag annehme, bzw. einen zugesagten Auftritt tatsächlich durchführe oder absage.

Anders ist es in den Zaubertheatern, die es ja inzwischen mehr und mehr gibt. Ich selbst überlege zurzeit, ob ich die nächsten Vorstellungen in meinem Zaubertheater im BSC Grünhöfe durchführe oder nicht. Das sind zwar keine großen Veranstaltungen, aber es treffen sich Personen, die sich sonst vielleicht nicht treffen würden und die sich potenziell infizieren könnten.

Da ist einmal eine Geburtstagsfeier. Gut, das ist Sache der Eltern, die sind die Veranstalter. Dann kommen zwei Schulklassen, ca. 40 Personen. Schon kritischer, aber auch Sache der Schule. Kinder und Lehrer treffen sich sonst auch an dem Vormittag.

Aber dann folgt am 29.03.2020 eine eigene Vorstellung, die hoffentlich etwas größer wird: Mein 1111. Auftritt als Zauberkünstler. Eine Familienvorstellung mit vorangehendem Sekt- und Brauseempfang. Wie geschaffen zum Austausch von Bazillen und Viren. Da erwarte ich dann schon so 60 -100 Gäste. Da es eine öffentliche Vorstellung ist, werden auch mir unbekannte Personen kommen, das heißt: mögliche Infektionsketten sind schwerer nachzuvollziehen. Soll ich das durchziehen oder lieber absagen? Oder soll ich auch trotz Coronar-Gefahr für Unterhaltung von Kindern und Erwachsenen sorgen. Nach dem Motto „Show must go on?“

Rechtlich ist es keine Frage, da ich deutlich unter der 250-Zuschauer-Grenze bleibe, andererseits hab ich aus moralischer Sicht ein mulmiges Gefühl. Kann ich unter den derzeitigen Umständen, wo selbst Schulschließungen nicht mehr tabu sind (und im angrenzenden Ausland schon umgesetzt werden), eine öffentliche Veranstaltung durchführen, die zugegeben nicht wirklich lebensnotwendig ist? Kann ich es verantworten, dass sich eventuell jemand neu infiziert, weil ich relativ viele Menschen in einem Raum zusammenbringe?

Ich neige dazu, die Fragen mit „Nein“ zu beantworten. Ich werde noch eine Woche die Corona-Entwicklung abwarten und dann entscheiden.

Wie geht es dir mit dem Thema „Auftreten in Zeiten des Corona-Virus“? Insbesondere in NRW oder in grenznahen Gebieten z.B. nach Österreich oder Nord-Ost-Frankreich stellt sich diese Frage ja noch stärker.

Ergänzung am 13.03.2020:

Nach den gestrigen Entwicklungen an der Coronar-Front habe ich gehandelt und den Spielbetrieb im Zaubertheater bis auf weiteres eingestellt. Und ich werde auch vorläufig keine privaten Termine annehmen.

Die Gründe: Zum einen aus Selbstschutz, ich gehöre vom Alter her zur Risikogruppe, auch wnn ich kerngesund bin und keine Vorerkrankungen habe. Zum anderen möchte ich durch meinen Auftritt keine Ansammlung von Menschen bieten, auf der andere sich infizieren können.

3 thoughts on “Corona Virus – geht uns das etwas an? (Ergänzt am 13.03.)

  1. So isses! Es gibt keine Wahl.
    Nach meiner Entscheidung kamen im Laufe des Tages die Nachrichten quasi im Minutentakt:
    – sämtlicher Amateursportbetrieb wird eingestellt
    – Schul- und Kitaschließungen
    – Absage der Fußball Bundesligen mit Verzögerung 🙁
    – Absage im Prinzip aller öffentlichen Veranstaltungen
    Ich unterstütze das ausdrücklich. Das wird zwar schwer für manche Familie und die gesamte Gesellschaft, aber ein schwerer Krankheits- oder gar Todesfall im Umfeld wäre noch schlimmer.
    Ich werde die jetzt frei werdende Zeit (mein gesamtes Sportvereins-Engagement entfällt) darin investieren, meine Zauberprogramme zu verbessern. Dann sind sie im Juli hoffentlich richtig gut.
    Juli? Ja, ich rechne nicht damit, dass wir vor Mitte Juni wieder „normale“ Verhältnisse haben werden.

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