Das eigene Zaubertheater (3)

In dem heutigen letzten Teil dieser kleinen Serie schreibe ich darüber, welche Programme ich in meinem Zaubertheater spiele. Das kann ich ganz kurz fassen: Zurzeit keine. Ja, ich weiß, schlechter Witz.

Ich will damit nur zum Ausdruck bringen, dass ich die von anderen Kolleg*innen angebotenen online-Shows nicht mache. Ich habe im Frühjahr 2020 kurze Szenen gedreht und auf dem Zauberzwerg-Kanal bei Youtube angeboten, aber ganz ehrlich: Ohne echte Kinder (oder meinetwegen auch Erwachsene) vor mir zu haben und mit ihnen zu interagieren komme ich mir einfach blöd vor. Seitdem lasse ich es und warte, bis wieder echtes Publikum zugelassen ist.

Der Spielplan im Zaubertheater

Aber zurück zum Zaubertheater generell. Zu einem Theater gehört ein Spielplan für die Saison. Ich halte das so, dass es eine Saison von September bis einschließlich Neujahr gibt und eine von Februar bis Mai. Zudem biete ich Ferienprogramme an.

Ich hatte in Teil 2 geschrieben, dass ich das Theater nebenbei betreibe und auch als Werbemaßnahme für externe, gebuchte Auftritte sehe. Insofern spiele ich in der Saison nur 1 – 2 Kindervorstellungen pro Monat im Theater. Eine davon findet immer am 1. Sonntag eines Monats um 15.00 Uhr statt, die andere ist flexibel. Dabei wechsle ich meine 4 spielbereiten Programme ab, so dass Kinder, die ein zweites Mal kommen, eine andere Show sehen können.

Die Vorstellungen bewerbe ich als „Zaubervorstellungen für Kinder ab 5 Jahren und Familien“. Um die Erwachsenen kümmere ich mich allerdings nur am Rande. Ich zaubere für die Kinder und die Erwachsenen freuen sich einfach mit und hin und wieder baue ich einen Gag für sie ein.

Ein oder zwei Vorstellungen im Monat nur? Hört sich nach wenig an. Ist es auch eigentlich. Allerdings kommen dazu noch gebuchte Auftritte im Theater von Kitas oder Schulklassen unter der Woche und/oder gebuchte Auftritte auf Geburtstagen oder eben in Kitas und Schulen, die den Auftritt lieber dort haben möchten.

Ferien- und Sonderprogramme

In Ferienmonaten, also März/April, Juli, Oktober biete ich ein Ferienprogramm an. Das besteht aus mehreren Kindervorstellungen und aus Terminen für Zauberkurse. Letztere für Kinder ab 9 Jahre und mit Teilnehmergebühr für Unterricht, Material und Getränke.

Im Dezember spiele ich an jedem Adventswochenende mein Weihnachtsprogramm. Ein spezielles Karnevalsprogramm ist bei uns im hohen Norden nicht erforderlich, da die närrische Zeit hier öffentlich nicht existiert. In Schulen und Kitas verkleidet man*frau*kind sich am Rosenmontag und dann besteht dort eine Buchungsmöglichkeit.

Programm für Erwachsene

Zaubervorstellungen für Erwachsene biete ich inzwischen nicht mehr öffentlich an – die Nachfrage sowohl in meinem früheren Theater als auch jetzt war/ist einfach zu gering. Ich habe häufig vor 10 oder weniger Zuschauern gespielt und in dem kleinen Kreis macht es mir einfach keinen Spaß. Und ich glaube nicht, dass der geringe Zuspruch an mir liegt, denn auch im größeren Bremen, zudem Universitätsstadt, habe ich lange in einem Kleinkunst-Zirkel mitgespielt, der über Jahre ähnlich unbefriedigende Besucherzahlen hatte.

Da andererseits Anfragen für runde Geburtstage ab 60 Jahre häufig erfolgen, denke ich inzwischen, dass für die mittelalte Generation Zaubern nicht das 1st-class-Freizeitevent ist. Und die älteren gehen abends scheinbar nicht allzu gerne aus. Zumindest in meiner Region.

Wie auch immer – ich biete für Erwachsene keine öffentlichen Vorstellungen mehr an. Es besteht jedoch die Möglichkeit, im Theater eine Sondervorstellung zu buchen oder mich für die private Feier zu engagieren.

Eintrittspreis

Meine öffentlichen Vorstellungen im Zaubertheater sind kostenlos, aber der Spendenhut steht bereit und wird gern genutzt. Meine Kalkulation dazu ist einfach: Ich habe 0,00 € feste Kosten im Monat für das Theater und muss daher auch keine Einnahmen mit dem Theater erzielen. Mir genügt die positive Werbeaktion für meinen Sportverein und für mich, weil sich daraus dann richtige Buchungen ergeben.

Wenn man ein Theater mit festen Kosten wie Miete und Betriebskosten betreibt, muss man natürlich anders denken und arbeiten. Dazu kannst du in „Zauber?Kinder!“ im Kapitel „Das eigene Zaubertheater“ mehr lesen.

Für Rückmeldungen zum Thema „Zaubertheater“ bin ich dankbar.

2 thoughts on “Das eigene Zaubertheater (3)

  1. Ein Kommentar zu deiner Klasse Arbeit zu schreiben, die wohl viel Selbstverwirklichung beinhaltet, ist schon eine Herausforderung. Vielleicht u.a. auch, weil du eine einzigartige Idee verwirklicht hast und keine Bezüge zu und mit anderen Sportvereinzaubertheatern schnell zu finden sind. Da ich einen (nur ganz oben zum Text passenden) Kommentar hinterlassen möchte hier ein typischen Lehrerbeitrag:
    ZauberInnen: Meint männliche + weibliche Zaubernde
    Zauber_innen: Will mit dem Gap auch Zaubernde außerhalb der binären Geschlechter ansprechen
    Zauber*innen: Meint männliche + weibliche Zaubernde + 3. Geschlechtsidentitäten
    Zauber:innen: Alle Zaubernden (ein schriftsprachlicher Versuch bestimmter Behörden)

  2. Danke Volkmar für deine Ausführungen .
    Toll, wie du dein Zaubertheater verwirklicht hast. Die Mitnutzung einer Vereinsräumlichkeit scheint mir praktikabel und gut umsetzbar für Kolleg*innen die auf Netzwerke zurückgreifen können. Danke,dass du erwähnt hast ,dass du in deinem Spielplan auf 4 einsetzbare Programme zurückgreifst. Es ist für mich sehr interessant zu erfahren wie breit die Auswahl an Programmen der Kolleg*innen ist und wieviel Programme notwendig sind um das Publikum mit Neuem zu unterhalten.
    Viele Grüße,
    Bernhard Raupach „ Bernhard der Zauberer“

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