Never ending nightmare – Märchen nach einer wahren Begebenheit (Vorsicht: Kann Anteile von Zynismus enthalten)

Es war einmal ein mittelgroßer Sportverein in Bremerhaven. Der hatte einstmals eine große und leistungsstarke Fußballabteilung mit einem Rasen- und einem zu der Zeit üblichen Rotgrandplatz (auch Schlackeplatz genannt), beide erbaut 1965. Als die modernen Kunstrasenplätze aufkamen und finanziert wurden, stellte sich der Verein brav in die Warteschlange – er war geschrumpft und hatte nur noch wenig Fußballmannschaften.
Doch plötzlich kam ein junger Prinz aus dem Nichts und beschloss gemeinsam mit dem abgetretenen König des Vereins die Fußballabteilung wieder aufzubauen. Das gelang ihnen sehr gut und sehr schnell. Nun war es aber klar, dass endlich der altmodische Grandplatz weg musste zugunsten eines modernen Kunstrasens. Doch leider hatte der Kaiser des Landes kein Geld und keine Lust einen bauen zu lassen und sagte „Nein, mach ich nicht!“ – und feixte sich eins..
Aber er sagte: „Ich baue euch den Schlackeplatz um zu einem Rasenplatz.“ – „Können wir denn da im Winter auch drauf trainieren?“ – wollte der alte König wissen. „Ja, das bauen wir so.“ antwortete die Vasallen des Kaisers – und feixten sich eins.
Die Titanic versinkt auf dem Platz

Denn in Wirklichkeit fuhren sie einfach alte, gebrauchte, fette Erde von einem anderen Sportplatz auf den Schlackeplatz auf und säten Gras darauf. Als nach einem Jahr der Platz schön grün war und es regnete, stellten alle Menschen fest, dass der Regen auf dem Platz durch die fette Erde gar nicht ablaufen konnte. Der ganze Platz war ein See, auf dem eines Tages sogar die Titanic unterging.
„Ooops!“, sagten die Vasallen des Kaisers. „Das ist aber dumm. Aber das kriegen wir hin.“ – und feixten sich eins. Und sie baggerten Kanäle durch den neuen Sportplatz und legten Drainagerohre hinein. Woraufhin der schöne neue Sportplatz eine lange Schon-Pause brauchte, um wieder grün anzuwachsen.
In den Wartezeiten, wenn der umgebaute Platz Schonung brauchte, mussten die Fußballer des Vereins immer auf dem alten Rasenplatz trainieren und ihre Spiele austragen. Und es waren immer mehr Mannschaften geworden, die jetzt in dem Verein spielten. Der Rasenplatz war also immer in Betrieb – auch wenn leider die versprochenen Flutlichtmasten nicht kamen und es nur eine Spar-Beleuchtung im Winter gab.
So viel Last hielt der arme Rasenplatz dann auch nicht lange durch. Er war hin. Er musste grundsaniert werden, sobald die Kanalrinnen des anderen Spielfelds gerade zugewachsen waren. Alle 20 Mannschaften mussten nun ein halbes Jahr dort auf dem unebenen Platz spielen und trainieren. Und niemand konnte sich erklären, wieso denn nun plötzlich dort von einem Tor zum anderen der Rasen kaputt ging und schließlich kaum noch welcher da war. Nur die Vasallen des Kaisers feixten sich eins und sagten: „Das kriegen wir schon hin!“
Ooops – Beide Plätze gesperrt
Im schönen Sommer des Jahres 2025 war dann schließlich der eine Rasenplatz nach der Grundsanierung noch nicht freigegeben und der andere schon wieder gesperrt, weil dort nun Rollrasen auf 5 Meter Breite von Tor zu Tor aufgetragen werden sollte. Game over! Zum Glück war gerade Sommerpause – aber eigentlich nicht lange genug.
Und plötzlich stellte sich heraus, dass der Rollrasen nach den 8 Woichen doch nicht angewachsen war. Bei Regen schwamm diese Fläche. „Das kriegen wir hin!“ sagten die Vasallen des Kaisers, pieksten Löcher in den Rasen und sperrten ihn wieder für den Betrieb. Und feixten sich eins.
Der sanierte andere Rasen sagte „Danke! Dann könnt ihr mich jetzt wieder kaputt spielen.“ Mangels einer Alternative taten die Fußballer das dann auch. Zwar nicht kaputt, aber er litt doch erheblich.
Und der neue Rollrasen? Er durfte dann nach den 8 Wochen kurz benutzt werden, bis sich beim ersten Regen im Herbst herausstellte, dass da irgendetwas nicht stimmte. Das Wasser lief dort nicht ab, die 5 Meter Breite glichen bei Regen einer Matschwiese.
Nur noch auswärts spielen
Da beschlossen die Oberen des Vereins, ab Herbst alle Spiele zu den Gegnern hin zu verlegen. Der Verein spielte einfach nur noch auswärts. Und Training machte er auch nicht mehr richtig. Auf dem einen Platz war ja genau in der Mitte die unbespielbare Fläche mit dem Rollrasen. Und auf dem anderen Platz gab es nur ein schummeriges Flutlicht von 2 Masten, die gerade ein Viertel der Spielfläche beleuchteten. Die Vasallen des Kaisers ließen sich inzwischen einfach nicht mehr blicken. Sie waren in ihren Büroschlaf verfallen und feixten sich im Traum eins. „Das kriegen wir hin!“, träumten sie.
Der junge Prinz und der frühere König des Vereins, die inzwischen für ehr als 300 Kinder und junge Erwachsene Fußballsport organisierten, hatten sich immer wieder bei den Oberen des Vereins über diese unmöglichen Zustände beklagt. Aber immer wieder wurden sie beruhigt: „Wir reden mit den Vasallen des Kaisers. Das wird schon. Die sagen, die kriegen das hin.“ Und feixten sich vielleicht auch eins. Drei lange Jahre lang sagten sie das immer wieder – aber nichts wurde besser. Beide Plätze waren inzwischen verhunzt.
Die vielen, vielen Fußballer hatten nach wie vor miserable Spiel- und Trainingsmöglichkeiten – aber es interessierte niemanden. Und der Kaiser und seine Vasallen schliefen weiter ihren Büroschlaf und sagten immer nur: „Wir haben kein Geld.“ Und feixten sich eins.

Und sie waren sehr beleidigt, wenn gesagt wurde, dass der Verein benachteiligt wurde – denn alle anderen Vereine der Stadt hatten ja einen Kunstrasenplatz. Und sie verstanden auch nicht, dass sie inzwischen mit dem Umbau des alten Schlackeplatzes und den vielen notwendigen Folge – Reparaturen schon fast so viel Geld ausgegeben hatten, wie ein neuer Kunstrasenplatz gekostet hätte. Sie haben also ganz viel Geld einfach unnütz in den Bremerhavener Nachthimmel verpulvert. Oder in der Weser versenkt – wohin ja aller Regen der Stadt letztlich abfließt.
Leider ist das Orakel der örtlichen Hexe auch nicht positiv: Sie sieht deutlich, dass immer im Wechsel einer der zwei Plätze gesperrt sein wird, weil er renoviert werden muss. Und in der Zeit treten die über 20 Mannschaften wieder den anderen kaputt, weil es nicht anders geht und sie ja irgendwo trainieren müssen. Never ending nightmare…
Eines Tages versprach eine schöne Fee, die über den beiden Plätzen schwebte: „Diesen Jammer muss ich beenden. Ich werde dem Verein einen kinderfreundlichen Gut-Menschen und Gönner senden, der euch einen Kunstrasenplatz schenkt!“
Glaubst du an die gute Fee?
Glaubst du an die gute Fee? Bist du ein Gut-Mensch? Möchtest du dieser Gönner sein? Dann ruf mich an 0178 8722404. Gerne versehen wir den Platz dann mit deinem Namen: „Mustermann-Arena“ und pflastern ihn mit Sponsorentafeln zu. Dazu sorgen wir für deine lebenslang gültige kostenlose Mitgliedschaft in unserem Verein. Und du bekommst ein Denkmal auf dem Vereinsgelände, auf dem wir eingravieren: „… das kriegen wir schon hin!“ Und dann feixen wir uns eins und unsere 300 Kinder können vernünftig ihren Sport betreiben.
