Die Kinder „mitnehmen“

Ich vertrete bekanntlich schon lange die Ansicht, dass es im Zauberprogramm mit Kindern gelingen muss, die Kinder aktiv in die Vorstellung einzubinden. Wenn es gelingt, sie im Programm „mitzunehmen“, haben sie Spaß – und wenn die Kinder Spaß haben, habe ich ihn auch. Das ist dann eine echte „Win-win-Situation“. All das habe ich ausführlich in meinem Buch „Kinder zaubern mit“ 2020 beschrieben.

Letzte Woche ist es mir in meinem Tier-Programm bei 3 Kunststücken besonders gut gelungen, die Kinder mitzunehmen. Davon möchte ich heute berichten.

„Piep! Piep“ – „Miau!“

Ein fester Bestandteil in meinem Programm „Tierischer Zauber“ (das manchmal auch anders heißt) sind die Canary Cats. Die 4 Katzen sind gut mit dem Vogel befreundet und sie spielen gerne fangen. Die in der Anleitung beschriebene Version, dass sie den Vogel fangen und dann fressen wollen, mag ich nicht…

Jedenfalls stelle ich die Tiere vor und frage die Kinder, ob sie wissen, wie die Tiere sprechen. Immer kommt „Piep! Piep!“ und dann „Miau!“ Dafür lobe ich die Kinder. Im Vortrag kommt dann die Stelle: „Und dann fragen die Katzen den Vogel:“, dabei halte ich die Katzen hoch und sehe die Kinder an. Prompt kommt „Miau! Miau!“, worauf ich reagiere: „Genau! Und das heißt: Wollen wir etwas spielen?“ Darauf antwortet der Vogel – Kinder ansehen, Vogel anheben – : „Piep! Piep“ – Genau! Das heißt: Ja gerne. Was wollen wir spielen?“

Und so verläuft der gesamte weitere Dialog. Ich kündige nur immer an: „Die Katzen sagen…“ / „Der Vogel sagt“. Dabei hebe ich die entsprechende Karte hoch, und die Kinder sprechen den Text in der Tiersprache, den ich dann „übersetze“. Und so haben wir letzte Woche das gesamte Kunststück durchgespielt… Sehr zum Spaß der Kinder.

„Wir haben ein Problem: Der Affe ist weg!“

Immer wieder fasziniert bin ich bei dem Kunststück „Wer ist wo im Zoo“ am Ende. Der Ablauf ist ja bekannt: Ich zeige die Tiere, die Kinder machen die entsprechenden Geräusche, dann zaubert sich der Affe weg. So far, so good. Wider Erwarten ist er aber nicht im Inneren der Klappkarte in seinem Käfig. Worauf ich feststelle: „Oh, jetzt haben wir ein Problem. Aber der muss hier irgendwo sein. Der klettert hier bestimmt oben an der Decke rum!“ Und dabei schaue ich intensiv suchend nach oben.

Und alle Kinder schauen mit. Sobald ich hochblicke, lasse ich den Affen, der ja hinter der Klappkarte steckt, hervorschauen. Es dauert immer einige Zeit, bis endlich ein Kind ihn entdeckt. Aber letzte Woche waren es bestimmt mindestens 15 Sekunden, die wir intensiv an der Decke gesucht haben.

Ich freue mich immer diebisch, wenn die Misdirection so ausgezeichnet gelingt. Es ist für mich ein Zeichen, dass ich die Kinder in meine Geschichte mitgenommen habe…

„Der Eisbär ist nicht grün“

Großen Spaß macht auch immer die „Eisbär-Waschmaschine“. Bekanntlich ist mein Eisbär ja grün, weil er gestern so viel Spinat gegessen hat. Und genau dafür haben wir ja die Eisbär-Waschmaschine. Eisbär rein, Klappe zu und dann „müssen wir gemeinsam singen: Der Eisbär ist nicht grün, der Eisbär ist nicht grün. Der Eisbär lebt im Eis – und deshalb ist er weiß!“ Alle singen mit, aber beim Aufmachen stellen wir verwundert fest: Der Eisbär ist jetzt rot.

Nanu – der Eisbär ist rot…

Ich behaupte: „Das passiert manchmal, aber dafür haben wir ja die Eisbär-Waschmaschine. Eisbär rein, Klappe zu und singen. Jetzt aber: Der Eisbär ist nicht rot, ….“ Machen wir alles, aber jetzt ist der Eisbär wieder grün. Manchmal merken die Kinder schon an dieser Stelle, dass der Eisbär einfach nur umgedreht wurde. Letzte Woche waren sie aber so in der Story gefangen, dass sie daran wohl gar nicht gedacht haben. Jedenfalls haben wir den Eisbären ganze 6 Mal gewaschen. Und jedes Mal von grün nach rot und umgekehrt verfärbt, bis endlich ein Kind darauf kam: „Zeig mal die Rückseite!“ Was ich auch nach den üblichen Scherzen mache. Ich zeige beide Seiten und rufe dann entrüstet, als ob ich hereingelegt worden bin: „Das ist ja Schummel! Der ist vorne rot und hinten grün!“

Daraufhin waschen wir den Eisbären noch einmal, diesmal mit dem Lied-Text: „Der Eisbär ist nicht grün, der Eisbär ist nicht rot, der Eisbär lebt im Eis und deshalb ist er weiß.“ Und nun klappt alles fast wie geplant: Die Karte ist komplett weiß – eben ein Eisbär im Schnee. Weiß auf weiß – kann man nicht erkennen… Auf Wunsch der Kinder lasse ich aber die Karte aus der Kassette fallen und der weiße Eisbär ist zu sehen. Ende gut, alles gut.

Und wenn die Kinder so toll mitgespielt haben, haben die Kinder haben eine intensive, unterhaltsame Stunde verbracht und ich bin auch glücklich.

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