Du bist so alt, wie du dich fühlst

Quelle: (3) Facebook

Heute morgen lief mir auf www.facebook.de das oben gezeigt Bild über den Weg, das mich unverzüglich zum Nachdenken brachte und mich provozierte, diesen Beitrag zu schreiben.

Was ist eigentlich „Alter“? Und wir gehen wir damit um? Wie können wir damit umgehen?

Ganz formal ist es so, dass ich an einem bestimmten Tag geboren bin: 03.11.1953. Daraus lässt sich sehr leicht errechnen, dass ich heute 72 Jahre, 4 Monate und 22 Tage alt bin. Das ist dann das kalendarische Alter.

Das ist für mich allerdings völlig egal, weil es einfach nur eine berechnete Zahl ist. Die war mal wichtig, als es darum ging, wann ich in Rente, bzw. Pension gehen kann. Ansonsten: Pille-Palle! Manche – wie mein ältester Bruder – erleben dieses Alter gar nicht erst, weil sie vorher sterben, andere werden über 100 Jahre alt, was ich auch vorhabe. Ich will 102 werden. Die Zahl ist aber eigentlich belanglos.

Viel wichtiger sind das gefühlte Alter oder das biologische Alter. Ich will zwar 102 Jahre alt werden, aber nicht die letzten 10 Jahre apathisch im Rollstuhl sitzen oder im Krankenbett liegen. Ich will gesund und geistig fit bleiben. Ich will meinen Körper biologisch gesund und mein Gehirn am Laufen halten. Wenn ich meine Umwelt sowieso nicht mehr erleben und verstehen und mit ihr kommunizieren und interagieren könnte – warum sollte ich dann 102 Jahr alt werden? Das wäre ja komplett sinnlos. Damit würde ich nur Mitmenschen im Pflegedienst die Zeit stehlen.

Meine neue Lebensaufgabe

Aus dieser Gemengelage ergibt sich daher meine aktuelle Lebensaufgabe, nachdem ich meinen beruflichen Dienst an der Gesellschaft pflichtgetreu erfüllt habe und heute dafür Rente, bzw. Pension beziehe:

Wie halte ich mich fit und gesund und was kann ich noch für meine Umwelt tun?

Wobei ich denke, dass das eine mit dem anderen zusammenhängt. Ich kann mich natürlich gesund ernähren und leben, z.B. mit bewusster Ernährung und einem täglichen Spaziergang oder altersgemäßen Workout. Aber ich bin überzeugt davon, dass ich ohne soziale Kontakte und irgendeine Form von Aufgabe im Alltag schnell nur noch vor mich hin siechen und geistig und körperlich verfallen würde.

Deswegen gestalte ich meinen Alltag anders.

Ich achte schon darauf, wie ich mich ernähre. Möglichst viel der Lebensmittel kaufe ich in Bio-Qualität und sorge auch für Mischkost mit Obst und Gemüse, Fleisch und wenig Fisch. Mein Kopf denkt allerdings manchmal, dass ich 29 bin, und deswegen auch ruhig öfter mal ein McSmart-Menu bei Mekkes essen kann.

Kann auch sein, dass das daran liegt, weil mein Humor manchmal mit dem der 12-jährigen zusammenpasst, die ich im den Jugendmannschaften meines Sportvereins treffe. Dort verbindet sich meine körperliche Erhaltung mit der geistigen. Trotz meines Greisenalters bin ich noch in der Fußballjugend aktiv und betreue dort Gruppen. Das hält sowohl geistig durch die Gespräche fit als auch körperlich, weil so ein Sport-Nachmittag mich ziemlich automatisch dazu bringt, meine täglich gewünschten 7000 Schritte zu machen.

Und die Auseinandersetzung dort mit meinem zwangsadoptierten Enkel und seiner Umgebung und deren Plänen und Handlungen zwingt mich sogar dazu, mich mit neuen sportlichen Entwicklungen zu befassen. Fußball Akademie statt Verein, Soccerkinetics, die Spieler der aktuellen Champions League Vereine – wer ist der beste? Messi, Ronaldo, Yamal, Beckenbauer, Pele, Galatasaray, Real, Barc? Oder wie oder wer oder was?

Könnte ich heutzutage Bremen-Liga spielen mit meinem damaligen Talent? Spielformen im Kindertraining. Was machst du, um nicht zu verkalken? „Du siehst aus, als ob du tot bist.“ Nächtliche Video-Chats. Täglich prallen meine Lebensform und die der Jugendlichen und jungen Erwachsenen aufeinander. „Du musst jeden Tag etwas Neues lernen.“

Das führt oft zu Diskussionen, die natürlich auch geistig fit halten, aber auch dazu, dass ich mir konkrete Gedanken mache und mir Dinge vornehme. Denn sie haben ja Recht: Stillstand ist Rückschritt, wie wir schon damals wussten. Aktuell plane ich deshalb:

  • Täglich 30 Minuten Akkordeon spielen
  • Mich in Soccerkinetics einarbeiten und vielleicht einen Kurs für Senioren geben
  • Fußball-Co-Jugendleiter bleiben mit all den vielen Aufgaben
  • Jonglieren und Diabolo spielen wieder lernen
  • Überlegen, ob ich doch wieder als Zauberer auftreten soll
  • Einen Monat ohne Zucker leben
  • Im Mai einen längeren Urlaub machen – Ostsee umrunden?
  • Endlich den Brocken im Harz hinauf zu wandern

Es ist also viel zu tun – fangt schon mal an. Das war früher der Wahlspruch. 🙂

Heute betrachte ich die Masse der Aufgaben, die mir auch noch Spaß machen, als Aufforderung, mein Pensionärsleben auszufüllen und dafür zu sorgen, dass mein Körper mich eben nicht mehr fragt, ob ich überhaupt noch lebe. Der soll die Klappe halten, sich um seinen Kram kümmern und funktionieren. Dabei helfe ich ihm gerne durch geeignete Maßnahmen.

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