Familienzauberei mit Archetypen?!

Beitrag von Roman Ertl

Unlängst gab Alexandra Duvivier ein Familiengeheimnis für eine erfolgreiche Zauberdarstellung preis: Die Berücksichtigung von (dramaturgischen) Archetypen. Kaum, dass ich dies zur Kenntnis nahm, will es der Zufall, dass ich die Familienshow mit dem Thema „Piraten“ im Heide-Park ansehen kann. Nicht nur Gesang, Artistik und Schauspiel erfreut Jung und Alt, es wird auch kräftig gezaubert: So sitzt plötzlich Admiral Forbes (der „Böse“) in genau den Fesseln, die eben noch den Freibeuter Morgan (der „Held“) beengten. Eine Hexe (die „weise Frau“) kann mit einem Drachenauge die Zukunft voraussehen und die „Schöne“ kann nicht nur blitzschnell ihr Garderobe optimieren, auch gegen Durchbohrungen zeigt sie sich unempfindlich – und für die Komik sorgen die „Narren“. Obwohl ich schon vorhersagen kann, wie es ausgehen wird, bin ich gefesselt. Die Archetypen haben wohl eine einnehmende Resonanz auf die Zusehenden.

Familienshow im Hansa-Park (Foto: Ertl)

Archetypen sind komplex

Was kann ich nun mit diesem Wissen anfangen? Archetypen sind komplex und lassen sich auf verschiedenen Ebenen betrachten. Ich fing einfach mal an: Zunächst habe ich mir Volkmars Programm „Zauber im Verkehr“ heruntergeladen. Seine Routinen durchforste ich nun nach den Archetypen: Wer ist die/der Held/in? Ich oder ein Zuschauer/kind? Oder entwerfe ich eine fiktive Heldenfigur; als Puppe oder Bild? Wie mache ich dessen Entwicklung vom Unwissenden zum Fachmann in Sachen Verkehrsfragen sichtbar?

Wer ist die „weise Person“? Welche Aufgaben unterstützt sie und welche Aussagen oder Vorhersagen trifft sie? An welcher Stelle der Routinen tritt sie auf?

Wie entwerfe ich „die Schöne“? Ist sie die Mutter, die Freundin, Klassenkameradin, Nachbarin oder sogar assistierende Mitspielende?

Wie böse ist „der Böse“ und was will er und macht er Schreckliches? Die grüne Ampel auf rot stellen? Einen Unfall inszenieren?

Wo und wie tritt der Narr auf? Welchen Unfug macht er bei den Routinen? Hupt er, um Faxen zu machen oder macht er Unsinn mit den Verkehrsschildern?

Da „Zauberer“ ein eigener Archetyp ist, könnte er ja alle anderen Archetypen in sich vereinen und ich muss selbst alles spielen. Weil ich aber mit den Zusehenden (und Requisiten) spielen will, biete ich gerne passende komplementäre Rollen in die Reihen vor mir an oder spiele mit den verwendeten Utensilien.

Was ist mit den anderen Archetypen? Dem fürsorglichen Betreuer, der Jedermann, der Schöpfer, der Entdecker usw.?

Beim Füllen dieser Antworten entstehen neue Routineideen und ein ganz konkretes Konzept, das auf mich persönlich abgestimmt ist. Danke Volkmar für deine Impulse!

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