
Bekanntlich wird es mit zunehmenden Alter immer wichtiger sich körperlich und geistig fit zu halten. So geht es auch mir. In meinem letzten Beitrag habe ich beschrieben, dass ich bis heute weder jemals ernsthaft krank war noch beim Sport irgendeine ernsthafte Verletzung davon getragen habe. Ganz im Gegenteil bin ich davon überzeugt, dass ich durch aktiven Sport seit meiner Kindheit innere Organe sowie Knochen und Gelenke gut auf ein langes Leben vorbereitet habe.
Damit das so bleibt und ich mein Ziel – 102 Jahre alt zu werden – erreichen kann, bleibe ich auch jetzt – 30 Jahre vor diesem Ziel – aktiv. Geistig und körperlich. Das möchte ich heute näher beschreiben und zur Nachahmung empfehlen.
7000 Schritte täglich
Eine Studie „ergab, dass bereits 7.000 Schritte am Tag das Risiko für einen vorzeitigen Tod fast um die Hälfte senken im Vergleich zu Menschen, die nur 2.000 Schritte am Tag zurücklegen – und zwar bezogen auf alle Todesursachen, also nicht nur auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
7.000 Schritte am Tag verringern der Studie zufolge das Risiko, an Demenz zu erkranken, um 38 %. Das Risiko für Depressionen sinkt um 22 % und das Risiko für Diabetes um 14 %. Die Ergebnisse deuten zudem darauf hin, dass sich mit 7.000 Schritten auch das Risiko minimieren lässt, an Krebs zu erkranken oder zu stürzen.“ (Quelle: Homepage Ärzteblatt 2025)
Ich habe mir deshalb im letzten Jahr eine einfache Smartwatch gekauft, hauptsächlich um sie als Schrittzähler zu benutzen. Ich habe als tägliches Schritt-Ziel die 7000 eingestellt und stelle fest, dass ich dieses Ziel fast täglich ohne Stress erreiche.
Ich bin nahezu täglich auf unserem Sportplatz und laufe dort herum. Manchmal leite ich selbst das Training der G oder F Jugend Mannschaften (5 – 9 Jahre) – den Kindern in diesem Alter ist erfreulicherweise das Alter eines Erwachsenen egal. Für sie zählt nicht jung und sportlich oder alt und scheintot – für sie zählt nur, ob er nett und freundlich mit ihnen umgeht. Und zugleich ist das gut für meine tägliche Schrittzahl und auch für meine Psyche, denn ich freue mich darüber, wenn Kinder einfach aktiv sind und Spaß haben.
Wenn ich nicht selbst trainiere, schaue ich mir andere ältere Mannschaften an und pflege etwas Smalltalk mit älteren Kindern und Jugendlichen oder den Trainern und Zuschauern. So komme ich metermäßig weit herum und halte mich durch viele Gespräche auch geistig auf dem Laufenden. Und freue mich, dass auch ältere Kinder und Jugendliche sich mit mir Greis unterhalten und mich respektieren. Ich sie aber auch und ich glaube, dieser gegenseitige Respekt ist wichtig.
Pflichtaufgaben und Kür
Ich bin selbst ohne vorliegende Studie davon überzeugt, dass man auch im Alter noch gewisse Pflichten übernehmen sollte, um sich geistig fit zu halten. So bin ich in unserer Fußballjugendabteilung als einer von zwei Jugendleitern für den Organisation des Spielbetriebs, die Spielerpässe und die Finanzen zuständig. Die sportliche Leitung verantwortet mein 20-jähriger genialer Partner, der natürlich viel näher als ich am Puls der Zeit ist und weiß, wie sich die Abteilung entwickeln muss. Und so verrückt es klingt: Ich als alter, erfahrener ehemalige Schulleiter führe im Verein einfach das aus, was mir ein 20-jähriger Student anordnet. Kann ich nur empfehlen: Hört darauf, was die junge Generation will und unterstützt das! Auch wir waren vor 50 Jahren Rebellen. Und die Welt wurde schon immer nur von Rebellen verändert und voran gebracht.
Jedenfalls habe ich mich selbst zu dieser Vereinstätigkeit verpflichtet und es bekommt mir und meinem Gehirn gut, deswegen immer wieder aus meiner Wohnung heraus zu müssen, um diese Aufgabe zu erfüllen. Das ist sozusagen die Pflicht.
Die Kür ist, dass ich nach wie vor viel und gerne lese. Insbesondere liebe ich knallharte, zuweilen brutale Kriminal-Thriller – wahrscheinlich, weil ich im richtigen Leben absolut pazifistisch eingestellt bin und mich bis heute noch nie in meinem Leben richtig geprügelt habe. Wird wohl auch nicht mehr vorkommen, denke ich. 🙂
Zudem verfolge ich im TV und Internet das aktuelle Tagesgeschehen, löse täglich 1 – 2 Kreuzworträtsel und habe wieder angefangen Akkordeon zu spielen.
So schaffe ich die nächsten 30 Jahre
Ich glaube, diese Gesamtkomposition, diese Mischung aus vielen Aktivitäten für Körper und Geist halten mich relativ fit. Dazu kommen gerne mal irgendwelche Pläne. Aktuell denke ich darüber nach, mit dem Auto die Ostsee zu umrunden oder für einen Marathon-Lauf zu trainieren. Es würde mich auch reizen, ein kleines altes Haus zu beziehen und es nach und nach zu renovieren.
Und wer weiß, was mir noch so einfällt. Ich hab ja noch 30 Jahre Zeit…
