Fortbildung muss sein

Nichts ist so alt wie das Wissen von gestern. Viele Dinge, die vor einigen Jahren topaktuell waren, sind heute überholt. Das erleben wir regelmäßig im Alltag und im Beruf und nicht ohne Grund ist der Begriff des „lebenslangen Lernens“ schon seit einigen Jahrzehnten in der Pädagogik bekannt.

Foto: www.thieme.de/de/pflege/fortbildung besucht-95759.htm

Aus dieser Erkenntnis heraus gibt es Fortbildungen. Sie sollen den Menschen helfen, sich auf dem aktuellen beruflichen Stand zu halten. Firmen sind darauf angewiesen, sie wären mit veralteten Techniken und Arbeitsprozessen nicht lange konkurrenzfähig. Und die Mitarbeiter*innen müssen dafür geschult und weitergebildet werden.

Zauberkünstler*innen sind quasi eine Ein-Personen-Firma, das Wort „Solo-Selbstständige“ wurde ja in der Corona-Zeit populär. Und so gilt auch für sie: Fortbildung muss sein. Und zwar sowohl in Bezug auf Tricktechniken als auch im Vortrag und Umgang mit dem Publikum. Joshua Endreß hat dazu erst kürzlich im Boretti-Brief einige interessante Anregungen gegeben, als er darstellte, welch merkwürdige Dinge er beim MRA-Kongress in Bad Wiessee gesehen hat.

Fortbildungsmöglichkeiten

Wie und wo kann ich mich als Zauberkünstler fortbilden? Wie immer im Leben gibt es viele Möglichkeiten: Ohne großen Aufwand kannst du Zeitschriften, Bücher oder Internet-Blogs lesen und dir Gedanken darüber machen, warum der Autor das schreibt, was er schreibt. Lesen regt die eigenen Gedanken an. Den gleichen Effekt erreichen natürlich auch die heute eher üblichen Podcasts oder Videos. Für wichtig halte ich bei all diesen Medien aber: Nicht alles glauben, was da gesagt oder geschrieben wird, sondern immer kritisch hinterfragen: „Passt das auch für mich?“

Zaubershows ansehen

Generell sollte man keine Möglichkeit auslassen, andere Zauberkolleg*innen auftreten zu sehen. Neben dem reinen Unterhaltungsfaktor ergibt sich dadurch auch immer die eine oder andere Trickidee, die ich übernehmen könnte. Oder ich höre einen Gag, der es wert ist, von mir aufgegriffen zu werden. Oder ich sehe einen Kniff in der Vorführweise oder Moderation, der mir gefällt.

Zirkelabende oder andere Zaubertreffen

Wo es ein entsprechendes Angebot gibt, sollte man diese Treffen besuchen, um sich im Kreise Gleichgesinnter über die Zauberkunst zu unterhalten. Es besteht hier die Möglichkeit, sehr konkret über Theorie und Praxis der Zauberkunst zu sprechen, eigene Ideen vorzustellen und sie gemeinsam mit Zauberfreund*innen weiterzuentwickeln. Leider gibt es aber diese Zaubertreffen nicht flächendeckend. So ist z.B. der nächste aktive Ortszirkel des MZvD von meinem Wohnort Bremerhaven etwa 70 km entfernt in Oldenburg.

Königsklasse: Kongresse besuchen

Die Königsklasse der Fortbildungen ist aus meiner Sicht die Teilnahme an einem (mehrtägigen) Kongress. Hier vereinigen sich mehrere der bisher vorgestellten Fortbildungsformen: Es gibt mehrere Zauber-Vorstellungen zu sehen, es gibt mehrere Fach-Seminare, bei größeren Kongressen stellen Zaubergeräte-Händler neueste Artikel vor und es sind viele Zauberkünstler*innen vor Ort, mit denen ich mich über die Zauberkunst (und natürlich auch anderes) unterhalten kann.

Eine Kongressteilnahme ist selbstverständlich mit mehr Aufwand verbunden als alle vorher beschriebenen Fortbildungsmaßnahmen. In der Regel sind Kongresse mehrtägig, d.h. es entstehen Reise- und Übernachtungskosten. Zudem ist dieser Termin dann geblockt, ich kann mögliche Auftrittsanfragen also nicht annehmen.

Zauberkongresse zur Zauberkunst für Kinder

Leider gibt es nur wenige Kongresse, die sich mit der Zauberkunst für Kinder befassen.  Mir sind tatsächlich nur das jährliche Treffen am Hölzernen See und mein Kinder-Zauber-Festival in Bremerhaven bekannt, die regelmäßig stattfinden.

Um so mehr freue ich mich, in der kommenden Woche zum 6. Mal mein Kinder-Zauber-Festival in Bremerhaven durchzuführen. Mein Konzept ist, das Treffen klein und übersichtlich zu halten, damit ein direkter Austausch untereinander möglich wird. An den vier Kongresstagen gibt es täglich eine öffentliche Kinder-Vorstellung mit „echtem“ Publikum., über die wir uns dann anschließend im Kolleg*innenkreis austauschen. Um die Vorstellungen herum finden ein Seminar und ein Workshop statt, in einem Jekami-Abend werden Lieblingstricks vorgestellt und ein kleiner Flohmarkt und gesellige Abende mit Smalltalk und gemeinsamen Essen runden das Festivalgeschehen ab.

Mein Ziel ist es, mich gemeinsam mit den angereisten Kolleg*innen einige Tage lang intensiv mit der Zauberkunst für Kinder zu befassen. Die dabei z.T. neu geknüpften Kontakte sollen dann auch in Zukunft aufrecht gehalten werden. Und natürlich wollen wir 4 Tage lang Spaß haben.

Das Gute kommt zum Schluss

  1. Egal, ob Profi oder Amateur: Alle Kosten für Zauberfortbildungen jeder Art sind steuerlich absetzbar, wenn du als Zauberkünstler deine Einnahmen dem Finanzamt angibst – was ja wohl selbstverständlich ist…
  2. Beim 6. Kinder-Zauber-Festival in Bremerhaven wäre noch für 2 – 3 weitere spontane Teilnehmer*innen Platz.

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