
Seit etwa 1960 bin ich Fußballer. Also inzwischen 66 Jahre. Als Kind war ich aktiver Straßenfußballer – einen Verein gab es in unserem Stadtteil noch gar nicht. Der wurde erst 1962 gegründet, allerdings dauerte es noch bis 1965, ehe ich dort Mitglied wurde. Wir spielten einfach auf Rasenflächen und später auf dem kleinen Schulsportplatz. Beginn: Mittags nach Erledigung der Hausaufgaben. Ende: Wenn es dunkel wurde. Und das jeden Tag und keine Anrufe oder Störungen durch Eltern, denn Handys gab es noch gar nicht. Meine aktive Fußballer-Karriere endete dann 2002 im Alter von fast 50 Jahren in der ü40 noch einmal mit einer Meisterschaft. Auch vorher hatte ich als Spieler und Trainer einige Titel gewonnen, danach war ich bis zum heutigen als Sportfunktionär im Verein tätig.
Aktiver Sport und die Trainer- und Funktionärstätigkeit haben mich bis heute körperlich und geistig fit gehalten, auch wenn böse Zungen manchmal anderes behaupten.
Ich rate also jedem und jeder: Treibt aktiv Sport, bewegt euch, geht unter Menschen. Das hält fit und gesund.
Werder Fan von klein auf
Schon mit 10 Jahren habe ich auch den „großen“ Fußball verfolgt. Als Kinder sind meine Brüder und ich von Grünhöfe aus zum Zollinland-Platz in die Pestalozzistraße gegangen (!), um die Regionalligaspiele von Bremerhaven 93 zu sehen. Das war bis 1963 die höchste deutsche Spielklasse, dann wurde die Bundesliga eingeführt, deren Fan ich wurde und bis heute bin. VfB Stuttgart, Karlsruher SC und natürlich Werder Bremen waren meine Lieblingsvereine. Die Spiele vom KSC und Werder verfolge ich bis heute interessiert, die von Werder sogar leidenschaftlich.
Und Werder Fan zu sein ist manchmal hartes Brot, wie gerade jetzt wieder aktuell. Das Abstiegs-Gespenst schwebt mal wieder über dem Weserstadion. Bereits 2 mal hatte es erbarmungslos zugeschlagen: 1980 und 2021stieg Werder ab, aber beide Male zum Glück auch direkt wieder auf.
Dieses Jahr ist Werder wohl gerettet: Zwei Spieltage vor Schluss haben sie 6 Punkte Vorsprung vor Platz 16 (dem Relegations-Platz). Wolfsburg und St. Pauli müssten jeder ihre beiden Spiele gewinnen und Werder beide verlieren. Ich bin sicher, das wird nicht passieren, bereits morgen wird Werder auch mathematisch gerettet sein und ich kann beruhigt durchatmen.
Mein persönliches Werder – Highlight war am 06.09.1974: An diesem Tag spielten wir in der ersten Runde des DFB-Pokals mit dem BSC Grünhöfe im Weserstadion gegen die Bundesliga-Profis des SV Werder Bremen, für die wir uns qualifiziert hatten. Werder trat dazu mit mehreren Nationalspielern an: Dieter Burdenski (12 Länderspiele), Horst-Dieter Höttges (66), Dieter Zembski (1). Und der legendäre spätere Schalke Manager Rudi Assauer war ebenfalls im Team. Leider konnten wir nur eine Halbzeit lang mithalten und verloren 11:1, Halbzeitstand 2:0.

Auch Fan sein hält fit
Aber um wieder zum Thema „Zufrieden leben“ zurück zu kommen: Auch das Fan sein ist gut für Körper und Geist. Bekanntlich soll man sich immer, aber insbesondere im Alter, mit Dingen beschäftigen, die einem Freude machen (egal, was andere davon halten). Nichts ist im Alter schlimmer als interessenlos in seiner Wohnung dahin zu vegetieren. Ich habe den körperlichen und geistigen Verfall einer Nachbarin innerhalb kurzer Zeit erlebt, als sie sich nach dem Tod ihres Mannes zu nichts mehr aufraffen konnte.
Daher: Bleibt aktiv. Möglichst auch körperlich, so gut es geht (und spazieren gehen geht immer!), aber mindestens geistig.
Für mich füllte und füllt Fußball mein Leben aus. Als Kind aktiv, aber auch schon früher als Fußballtourist im Weserstadion bei Werder-Spielen, als Jugendlicher auch bei Fußball Länderspielen in Deutschland. Mit meinen Brüdern oder Freunden waren wir unterwegs, wann immer es ging und reisten deutschlandweit herum. So erlebte ich mehrere Spiele der WM 1974 in Berlin, Düsseldorf und schließlich beide Endspiele in München live im Stadion. Unvergesslich!
Und bis heute verfolge ich die Spiele der Bundesliga, der 2. Liga und natürlich die internationalen Wettbewerbe wie Champions-League oder Fußball EM oder WM. Das alles inzwischen vor dem Fernsehgerät, aber ich bezeichne es als intensives Hobby. Das ersetzt nicht aktive körperliche Bewegung im Alter – aber es hält zumindest den Kopf fit.
Und wenn Werders Ergebnisse mal wieder nicht gut genug sind, dann kann man sich die auch einfach schön-reden, wie die folgende Tabelle der letzten 5 Spieltag zeigt. 🙂

