
Der alte Satz Heute schon an morgen denken „wird häufig als Werbeslogan oder Leitmotiv für Finanzprodukte, Versicherungen oder ökologische/soziale Nachhaltigkeit genutzt.“ – behauptet die KI von google. Glauben wir ihr einmal – ich ordne ihn auch so ein.
Und er gefällt mir, denn er signalisiert, dass unser Leben endlich ist und wir uns rechtzeitig um uns, unsere Zukunft, unsere Alltagsabsicherung und mehr kümmern sollten. Und er sagt mir, dass ich mein Leben jederzeit aktiv und positiv gestalten sollte, so, wie ich es für mich optimal finde. Denn wer weiß, was morgen ist?
Bin ich morgen noch fit? Frisst die Inflation uns auf? Knallen noch mehr Politiker*innen durch und beginnen einen Krieg? Wir wissen es nicht. Daher sollten wir heute glücklich und zufrieden leben und das tun, was uns gefällt und gut tut!
Das will ich deutlich machen an dem Bild, das ich auf facebook.com gefunden habe. Ich finde, es gibt gute Denkanstöße. Es benennt 6 Punkte, in denen ich mich mehr oder weniger wiederfinde und auch meine, dass ich mehr oder weniger danach meine mehr als 70 Lebensjahre gestaltet habe.
Ich bin zwar noch nicht im „hohen Alter“, aber in Reichweite. Ich habe beschlossen, dass das „hohe Alter“ erst mit über 80 Jahren anfängt. 🙂 Aber kommen wir zu den Details, was wir bedauern würden, wenn wir es nicht tun. Und ich verrate, was ich getan habe.
Keine Aktivität starten
Kann ich von mir nicht behaupten, ich habe immer wieder Aktivitäten gestartet. Neben meinem Beruf, den ich inhaltlich durch neue Bewerbung auch mehrmals verändert und neu gestaltet habe, habe ich Kinderbücher und Zauber-Fachbücher veröffentlicht, bin als Zauberkünstler aufgetreten, habe im Sportverein in verantwortlichen Positionen mitgestaltet, habe diesen Blog gegründet und 2 mal inhaltlich umgestaltet. Mit anderen Worten: Alle 2 – 3 Jahre habe ich etwas Neues gestartet, das ich gerade inhaltlich begeistert hatte. Ich finde, damit habe ich das Kriterium „Keine Aktivität starten“ gut erfüllt, zumal Kleinigkeiten wie spontane Kurzreisen, Fest, Feiern und mehr dazu kamen.
Keinen gesunden Körper haben
Da fühle ich mich auch nicht schuldig. Ich habe seit meiner Kindheit bis zum 50. Lebensjahr Fußball gespielt und natürlich auch das wöchentliche Training mitgemacht. Zudem habe ich Sport studiert, bin in meiner Freizeit schwimmen gegangen, Fahrrad gefahren oder Ski gefahren. Auch heute bin ich noch sportlich aktiv beim Kindertraining, Spaziergängen, Quigong oder anderem. Alles mal mehr oder weniger intensiv, genauso, wie die gesunde Ernährung. Mal Biokost, aber auch ohne schlechtes Gewissen Fast food. Die Vielfalt macht es meiner Meinung nach.
Mein Körper dankt es mir: Ich habe und hatte nie ernsthafte Beschwerden und war bis heute noch nie stationär im Krankenhaus. Das kann auch gerne so bleiben, die im Grenzbereich vorhandenen „Wohlstandskrankheiten“ mit leicht erhöhten Werten bei Blutdruck oder Zucker versuche ich unter Kontrolle zu halten.
Nicht für die Rente sparen
Ich habe zwar nicht direkt für die Rente gespart, war aber immer darauf bedacht, rentenpflichtig versichert zu arbeiten und die entsprechenden Belege zu sammeln. Irgendwann wurde ich Beamter mit Anspruch auf lebenslange Pensions-Zahlungen. Dies zusammen stellt sicher, dass ich bis ins hohe Alter und bis zu meinem Ableben im Jahre 2055 (ich habe vor 102 Jahre alt zu werden) finanziell versorgt bin. Ich kann dir nur empfehlen, ebenfalls rechtzeitig dafür zu sorgen, dass deine Altersbezüge gesichert sind.
Nicht die Welt bereisen
Viele schieben ihre geplanten Reisen für die Zeit nach der Arbeit auf, also, wenn sie in Rente gehen, wollen sie reisen. Völliger Blödsinn meiner Meinung nach. Einmal ganz davon abgesehen, dass niemand weiß, ob er die Rente gesund und mobil genug oder überhaupt erlebt wegen Krankheit, Unfall oder sonst etwas, weiß auch niemand, wie dann die weltgeschichtlichen Umstände sind. Kann ich reisen oder ist überall Krieg? Ich würde heute weder in die USA noch nach Nahost reisen. Und reicht überhaupt die Rente für teure, lange Reisen?
Ich habe es so gehalten und rate allen, es auch so zu tun: Wenn ich irgendwohin reisen wollte und das nötige Kleingeld dafür hatte, bin ich gereist. So war ich früh in England, den europäischen Ländern, in den USA und 4 Wochen in Mexico. Insbesondere diese tolle Tour – den besten Urlaub meines Lebens? – hätte ich 30 Jahre später so niemals machen können. Mit einem Freund bin ich ohne Plan und Vorausbuchungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch Mexiko gereist. Heute überlegt, was wir morgen tun, wo wir hinwollen, wie wir dorthin kommen. Und los ging’s. Ähnlich habe ich Nashville, Tennessee erlebt. Diese Flexibilität und körperliche Fitness wäre heute nicht mehr in diesem Maße da.
Nicht viel Zeit mit der Familie verbringen
Wer das nicht will, sollte gar nicht erst eine Familie gründen. Ich habe zwar spät geheiratet (worher war der Sportverein meine Familie, mit der ich viel Zeit verbracht habe), dann aber nach der kurz darauf erfolgten Geburt unseres Sohnes Hobbys war die Familie der Schwerpunkt. Alles andere stand in zweiter Reihe, es galt die Parole: „Zuerst kommt die Familie, dann die (notwendige) Arbeit und danach, wenn noch Zeit bleibt, die Hobbys.
Diese Einstellung finde ich bis heute richtig, auch wenn sie sich automatisch etwas verändert hat, weil ich geschieden bin und mein Sohn eine eigene Familie hat. Die besuche ich gerne, möchte ihnen aber nicht durch zu häufige Anwesenheit auf den Wecker gehen. Also alles in gesunden Maßen.
Keine Gefühle ausdrücken
Das ist nicht gerade mein bestes Hauptgebiet, ich bin eher ein Gefühls-Muffel, aber ich denke schon, dass ich Freude, Ärger, Wut usw. schon ausdrücken kann und es auch tue. Damit ecke ich bis heute manchmal an, was mich aber wenig stört. Wenn ich meine, dass etwas aus mir heraus muss, dann lasse ich es heraus. Ich habe festgestellt, dass mir das gut tut und es deutlich besser ist, als alles in mich hinein zu fressen.
Fazit
Heute schon an morgen denken ist die Kurzfassung dafür, das Leben heute zu leben und nicht zu warten, bis wir alt sind. Es könnte sein, dass wir dann gar nicht mehr in der Lage sind, unser Leben zu leben. Ich kenne einige aus meinem Bekanntenkreis, die noch Pläne hatten, aber leider verstorben sind, bevor sie mit der Umsetzung beginnen konnten. Dumm gelaufen…
Ich kann für mich jedenfalls sagen, dass ich aus meiner Sicht – bei allen Fehlern, die ich sicher auch gemacht habe – mein Leben positiv gestaltet habe. Ich bin heute zufrieden und würde das meiste wieder so machen. Ich blicke entspannt zurück und freue mich auf die nächsten 30 Jahre.
Carpe diem!
