Klei mi an’n Moors!

Übersetzung: Wer hinter meinem Rücken über mich redet, hat die beste Position, mich am Arsch zu lecken.

Ich habe mir schon vor langer Zeit abgewöhnt, Dinge wichtig zu nehmen, die hinter meinem Rücken über mich oder andere geredet werden. Und ich finde, diese Einstellung ist für die eigene Wertschätzung und das Selbstbewusstsein auch unbedingt notwendig.

Wohlgemerkt: Es geht nicht darum, Kritik oder Verbesserungsvorschläge generell abzulehnen. Beides darf und muss sein, um voran zu kommen. Es geht darum, wie über solche Themen geredet wird. Wer sie vorbringt, wie sie begründet werden, welchen (und ob überhaupt) sachlichen Inhalt sie haben.

Ich bin seit frühester Jugend gewohnt, im Rampenlicht in der ersten Reihe zu stehen: Ich war Klassen- und Schulsprecher, Spielführer meiner Fußball-Jugendmannschaften, Trainer, Jugendleiter, Vorsitzender im Sportverein, Schulleiter und vorübergehend Schulrat in meinem Berufsleben. Und selbstverständlich wurde in diesen Funktionen über mich und meine Handlungen geredet. Und selbstverständlich habe ich in diesen Funktionen nicht nur weise, gerechte und kluge Entscheidungen getroffen, auch wenn ich mich darum bemüht habe.

Aber ich finde, es ist wichtig, wie meine Umgebung dann mit ihrer Kritik umgegangen ist. Ich habe immer zugelassen – und das auch kommuniziert -, dass man mich ansprechen soll, wenn jemand der Meinung ist, dass ich falsch liege. Nobody ist perfect und man hat auch schlechte Tage, an denen trotzdem Entscheidungen getroffen werden müssen.

Wenn offene Rückmeldungen kamen, habe ich ich sie angenommen, darüber geredet und nachgedacht, den Sachverhalt überprüft und gegebenenfalls meine Meinung korrigiert. Damit hatte ich nie ein Problem und empfinde es auch nicht als Schwäche, die eigene Meinung zu ändern. Im Gegenteil – aus meiner Sicht zeugt das von Charakterstärke.

Ich habe aber nie auf das reagiert, was hinter meinem Rücken geredet wurde und irgendwie als Information zu mir getragen wurde. Bestenfalls habe ich darauf geantwortet: „Dann soll er/sie Kontakt zu mir aufnehmen und mir das sagen.“ Das kam dann manchmal vor, dann waren wir bei einer offenen Rückmeldung wie oben, aber meistens nicht. Meistens handelte es sich um irgendein Gerücht, dass irgendjemand irgendwo aufgeschnappt hatte, mit eigenen Worten verfeinert und verändert und dann weiterverbreitet hat, bis es über weitere Personen – die ähnlich handelten – irgendwann bei mir ankam.

Dann war es aber keine Meinung oder Information, sondern einfach mehrfach aufgeblasenes Gerede, mit dem niemand etwas anfangen kann. Zeitverschwendung.

Und das ist meistens der Fall, wenn Themen nicht offen angesprochen werden, sondern wie beim Spiel „Stille Post“ weitergeflüstert und dabei verändert werden. Es läuft verdeckt ab und hat nur im Spiel einen humorigen Wert – im echten Leben gar keinen.

Insofern kann ich mich mit dem oben zitierten Spruch bestens identifizieren. Redet, was ihr wollt, hinter meinem Rücken. Es ist mir schlicht egal, weil solche Aktionen sehr oft auch einfach von Neidern kommen. Und es ist mir auch egal, was solche Personen von mir und meinen Handlungen denken. In solchen Fällen benutze ich gerne eine andere, aus meiner Sicht sehr treffende Redensart, bzw. Lebensweisheit:

Es ist mir egal, was andere über mich denken. Ich weiß ja noch nicht einmal, ob die überhaupt denken.

Auch hier gilt es natürlich zu relativieren. Es ist (und war schon früh) mir tatsächlich egal, was fremde Leute oder Neider von mir denken und hinter meinem Rücken verbreitet haben.

Für mich war sehr früh klar, dass ich meinen Weg finden und gehen muss und nicht auf das hören, was missgünstige Menschen sagen. Ratschläge habe ich gerne von den Personen angenommen, die mir nahe standen, offen und ehrlich waren, sich eben wie Freunde verhalten haben.

Niemand kann sein Leben alleine gehen. Aber jeder kann sich aussuchen, mit wem er Kontakt haben will, wer ihm gut tut und auf wessen Rat er sich verlassen kann.

Und alle anderen können tun und lassen, was sie wollen – und mi an’n Mors klein!

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