Lieblingskunststücke (2): Tücher verknoten

In dieser Serie stelle ich heute wieder ein Kunststück vor, das ich sehr gerne in meinem Zauberprogramm spiele. Ich habe es vor Jahrzehnten in dem Klassiker zur Zauberkunst für Kinder von Christian Schenck und Michael Sondermeyer: „Zaubern mit Kindern“ gefunden. Seit als führe ich das Tücher verknoten in meinem Programm „Zauber?Kinder!“ vor. In meinem gleichnamigen Buch habe ich ihn ausführlich in meiner Version beschrieben.

Warum ich dieses Kunststück liebe:

  • Es benötigt als Requisiten nur zwei Tücher und einen Changierbeutel
  • Die Tricktechnik besteht nur aus einem Schiebeknoten
  • Ich komme nicht in Verdacht etwas Verdächtiges zu tun: Die Knoten macht eine Zuschauerin, das spätere Verschwindenlassen von 6003 Knoten erledigt das beteiligte Kind.
  • Ich kann ein sehr junges Kind auf die Bühne holen, da es nichts weiter können muss, als mit dem Zauberstab zu wedeln und einen guten Eindruck zu hinterlassen (wofür ich sorge)
  • Das Kind auf der Bühne wird aber dennoch der Held des Kunststücks
  • Durch Worte, Zaubersalz und verschiedene Gag-Zauberstäben hat die Vorführung einen hohen Spaßfaktor
  • Der Trickablauf ist auch für kleinere Kinder einfach zu verfolgen: Es werden Knoten gemacht, die dann weggezaubert werden
  • Die Tricktechnik ist so erfreulich einfach, dass selbst mir dabei kein Fehler unterlaufen kann. Ich kann mich also vollkommen auf die Präsentation konzentrieren.

Aus meiner Sicht ein Musterbeispiel für ein unterhaltsames Zauber-Kunststück für Kinder im Alter von etwa 4 – 8 Jahren, das ich regelmäßig bei meinen Auftritten spiele. Danke, Uwe, für diese Inspiration.

Und nun die – leicht gekürzte – Vorstellung meiner Version der Tücher aus „Zauber?Kinder!“:

Effekt

Zwei Tücher werden von einem (erwachsenen) Zuschauer doppelt verknotet und von dem Zauberkind auf der Bühne zwei Mal unplanmäßig wieder auseinander gezaubert. Dann werden 6000 Knoten in die Tücher geschlagen, das Kind zaubert sie aber dennoch innerhalb einer halben Sekunde wieder auseinander.


Benötigte Requisiten:

Zwei Tücher, ca. 60 x 60 cm,
Zwei gleiche Duplikattücher,
Ein Changierbeutel
In meiner Vorführung außerdem der „Zerbrechende Zauberstab“, der „Sich vermehrende Zauberstab“ und 1 Quietschender Salzstreuer
Vorbereitung:
Die zwei Duplikattücher werden in die geschlossene Kammer des Changierbeutels gelegt.

Die Tricktechnik

Bild 2
Bild 1
Bild 3

Die Idee zu dieser Vorführung stammt von Uwe Schenk, den Ablauf habe ich in ähnlicher Form von dort übernommen und mit meinem Vortrag versehen. An Tricktechniken werden nur die Bedienung des Changierbeutels und ein Schiebeknoten benötigt, wobei den Knoten sogar eine – möglichst erwachsene – Zuschauerin schlägt! Beide Techniken sollten hinlänglich bekannt sein, dennoch kurz die Beschreibung des Knotens (siehe Bilder unten): Die zwei Tücher werden wie zwei Schnürsenkel bei einer Schleife umeinander geschlagen (Bild 1). Anschließend wird der gleiche Knoten darüber noch einmal geschlagen. Der Knoten hält jetzt (Bild 2), es ist ein richtiger Doppelknoten. Um ihn zu einem Schiebeknoten zu machen, wird links und rechts des Knotens am gleichen Tuch kräftig auseinander gezogen (Bild 3). Dadurch wird dieses Tuch gestrafft, und das zweite Tuch ist jetzt praktisch darum gewickelt (Bild 4). Es kann mühelos von dem ersten Tuch geschoben werden (Bild 5). Diese Technik funktioniert immer, manchmal verdrehen sich die Tücher etwas, dann muss man etwas kräftiger ziehen. Dennoch muss sie intensiv geübt werden, damit das Ziehen auf der Bühne leicht und locker aussieht und ganz nebenbei geschieht.

Bild 5
Bild 4


Ich benutze für die Vorführung nicht die gängigen einfarbigen Zauber – Seidentücher (obwohl das natürlich auch geht), sondern habe ganz normale Seidentücher bei Woolworth gekauft, wie sie im Alltag als Halstücher o.ä. getragen werden. Sie sind etwas dicker als Zaubertücher, was aber zugleich den Vorteil bietet, dass die Knoten automatisch nicht zu fest werden. Außerdem sehen sie dann wirklich wie Alltagsgegenstände aus – was sie ja auch sind – und nicht wie Zauberrequisiten.

Meine Vorführung

Zu Beginn der Routine suche ich mir ein kleineres Kind aus, da bei diesem Kunststück seitens des Kindes keinerlei Fertigkeiten nötig sind, außer gut mitzuspielen. Nachdem es mir seinen Namen gesagt hat, kündige ich es groß an: „Hier steht der große Tobias. Tobias kennt ihr ja, was ihr aber vielleicht gar nicht wisst, ist, dass Tobias der größte Zauberkünstler von ganz Norddeutschland ist!“ Zweifelnde Zwischenrufe werden von mir mit dem Hinweis gekontert, dass wir das gleich beweisen werden. „Und Tobias wird euch heute das großartige Kunststück mit dem grün-gepunkteten und dem grau-gesternten Tuch zeigen.“ Ich halte ein Tuch mit der linken und eins mit der rechten Hand hoch. Die Tücher sind nicht einfarbig, daher der eigentümliche Vortrag, aber das eine ist überwiegend grün mit weißen Punkten, das andere überwiegend grau mit weißen Sternen versehen. Durch meine im ersten Moment verwirrende Ankündigung „grüngepunktet und grau-gesternt“ gibt es aber nie Proteste wegen der Farben.

Die erwachsene Assisitentin

Der Vortrag wird fortgesetzt: „Und da Tobias so ein berühmter Künstler ist, zaubert er natürlich nicht ohne seine Assistentin.“ Die Assistentin muss die Knoten in die Tücher schlagen. Um jetzt keine Flut freiwilliger Meldungen von Kindern zu erhalten, die genau damit im Zeitalter der Klettverschlüsse Probleme haben, aber das natürlich niemals zugeben würden, gehe ich direkt zu einer erwachsenen Frau. „Da sitzt auch schon Tobias’ Assistentin. Tobias, ich bin gleich wieder bei dir. Wie ist Ihr Name?“ Sie sagt ihn. „Sabine, Sie können hier sitzen bleiben, Sie haben eine sitzende Rolle.“ Ich lasse die Erwachsene immer auf ihrem Platz sitzen, da Erwachsene ungern auf eine Zauberbühne gehen. Davon abgesehen hat sie in dieser Routine weiter nichts zu tun, als mehrfach Knoten zu binden. Da ich aber zwischendurch mehrere Intermezzi mit Tobias veranstalte, würde sie sich zu Recht auf der Bühne ziemlich überflüssig vorkommen. Außerdem habe ich auf dem Rückweg von Sabine auf die Bühne immer viel Zeit, aus ihren zwei Knoten einen Schiebeknoten zu machen. Die Erwachsenen reagieren sehr erleichtert, wenn sie nicht auf die Bühne kommen müssen.
„Sabine, sie haben weiter nichts zu tun, als hier in diese Tücher zwei Knoten zu machen.“ Damit sie nicht auf den Gedanken kommt, irgendeinen anderen als den gewünschten Schleifenknoten zu machen, mache ich das nebenbei vor, gebe ihr aber dann die Tücher einzeln. Sie macht zwei Knoten und ich gehe damit zurück zu Tobias. Unterwegs ziehe ich die Tücher vermeintlich fest, in Wirklichkeit ziehe ich den Schiebeknoten hinein.

Der zerbrechende Zauberstab

Wenn ich bei Tobias bin, frage ich ihn (er ist schließlich der größte Zauberer Norddeutschlands!): „Tobias, gefallen dir die Knoten?“ Dabei halte ich die verknoteten Tücher an einem Zipfel hoch, so dass der Knoten frei zu sehen ist (und auch die Tatsache, dass die Tücher wirklich verknotet sind). Er sagt „Ja!“. Die Tücher lege ich sichtbar rechts ab.

Der zerbrechende Zauberstab gefällt dem Kind…

„Gut. Tobias, hast du einen Zauberstab dabei?“ Hat er natürlich nicht, wenn er einen imaginären schwingt, was oft vorkommt, sage ich: „Nein, einen, den man sehen kann!“ Ansonsten fahre ich gleich fort: „Gut, dann gebe ich dir einen.“ Ich hole den „Zerbrechenden Zauberstab“ von der Ablage und reiche ihn in stabiler Form Tobias. Wenn er zugreift, lasse ich ihn zerbrechen, drehe mich aber sofort um zu den Tüchern. Durch das Gelächter der Kinder werde ich aufmerksam und sehe den zerbrochenen Stab. Und jetzt kommt eine Phase, auf die ich ziemlich stolz bin: Denn nicht Tobias bekommt die Schuld an dem Brechen des Stabes, sondern – der Zauberstab selber! Und zwar folgendermaßen.
Ich nehme den Zauberstab, gucke ihn vorwurfsvoll an und sage kurz erklärend zu den Kindern: „Das macht der immer!“ Und dann zu dem Zauberstab: „Hab ich dir nicht schon hundert Mal gesagt, dass du dich auf der Bühne anständig benehmen sollst?“ Meine Stimme wird lauter. „Und jetzt machst du schon wieder solchen Blödsinn! Lass das!!!“ Sofort lacht das ganze Publikum und auch Tobias über die Szene – und noch nie hatte ein Kind auch nur den geringsten Zweifel daran, dass es in Ordnung ist, einen Zauberstab auszuschimpfen…
Ich gebe Tobias erneut den gespannten Stab, der zerbricht natürlich prompt wieder. Deutlich energischer als beim ersten Mal, nehme ich den Stab, sehe ihn böse an und sage zu den Kindern: „Es wird hier gleich etwas lauter, vielleicht haltet ihr euch mal lieber die Ohren zu.“ Machen viele, weil Kinder manchmal lärmempfindlich sind. Und ich schrei den Zauberstab an: „Lass das!!!“
Daraufhin gebe ich ihn gespannt wieder Tobias, wieder zerbricht der Stab. Worauf ich ihm sehr energisch drohe: „Wenn du das noch einmal machst, kommst du heute Abend barfuß ins Bett!“ – was bei den Kindern stets für große Heiterkeit sorgt.

Tobias bekommt den Stab erneut, wieder zerbricht der. Achtung: Das war der dritte Versuch, also muss die Lösung her. Die ist ganz einfach: Ich werfe den Zauberstab in meinen Koffer und sage nur: „Ich habe Dich gewarnt: Barfuß ins Bett!“ Konsequentes Verhalten kennen (und schätzen!) Kinder.

Tobias zaubert zu schnell

Da die Vorstellung weitergehen muss, kündige ich an, dass Tobias das Kunststück dann eben ohne Zauberstab machen wird. „Moment, Tobias, ich mache nur noch eben die Ansage. Tobias, der größte Zauberkünstler Norddeutschlands, wird euch jetzt das Kunststück mit dem grün-gepunkteten und dem grau-gesternten Tuch …“ Bei diesen Worten habe ich die Tücher auseinander geschoben und hebe wie anfangs das eine Tuch mit der rechten und das andere mit der linken Hand hoch. Ich unterbreche mich, weil ich sehe, dass die Tücher nicht mehr verknotet sind. Durch mein Stutzen nehmen die Kinder das auch wahr und lachen.
Ich wende mich an Tobias: „Tobias, das war sehr gut – aber viel zu schnell. Ich muss doch erst die Ansage fertig machen.“ Es ist wichtig, Tobias zuerst zu loben, dass ihm das Kunststück gelungen ist. Er soll nicht unsicher werden oder sich gar unwohl fühlen! „Macht nichts, fangen wir einfach noch einmal von vorne an.“
Ich gehe zu Sabine und bitte sie, erneut die zwei Knoten zu machen. Damit sie diese jetzt nicht automatisch zu fest zieht, sage ich ihr, dass sie alles richtig gemacht hat, nur Tobias etwas zu schnell gezaubert hat. Erneut verwandle ich auf dem Rückweg die Knoten in einen Schiebeknoten, zeige die verknoteten Tücher vor und lege sie rechts ab.

Die sich vermehrenden Zauberstäbe

Zu Tobias gewandt: „Tobias, hast du einen Zauberstab dabei?“ Wieder sagt er logischer Weise „Nein“ und ich wie vorher: „Gut, dann gebe ich dir einen. Wir nehmen vielleicht lieber diesen großen für schwere Fälle.“ Damit hole ich die dicken „Nested Wands“ heraus und gebe ihm den äußersten Stab mit den Worten: „Halt den mal bitte.“ Beim Umdrehen zu den Tüchern entdecke ich den Zauberstab (besser: die Zauberstäbe, aber man sieht ja nur den äußeren…) in meiner Hand. Ich schaue etwas irritiert, nehme wieder den äußersten Stab und gebe ihn Tobias mit den Worten: „Halt den mal bitte!“ Das wiederholt sich noch 4 Mal mit genau den gleichen Worten, die aber sowieso unwichtig sind, weil die Kinder vor Lachen kreischen, und kein Mensch sie hört. Sollten sie zwischendurch ruhig werden, sage ich todernst zu irgendeinem Kind in der ersten Reihe: „Hör mal auf damit!“ Ich schiebe einfach einem Kind die Schuld dafür in die Schuhe, dass immer ein neuer Zauberstab in meiner Hand ist, und meistens wird dieser Gag von dem Kind auch angenommen. Wenn in der Hand zum Schluss kein Stab mehr auftaucht, nicke ich dem Kind freundlich zu und sage einfach: „Danke!“, weil es endlich aufgehört hat, Zauberstäbe zu zaubern. Während der ganzen Zeit ignoriere ich die Tatsache, dass sich Tobias mit immer mehr Zauberstäben abquält, die ich ihm absichtlich kreuz und quer in die Hände stecke. Manche Kinder stecken sie auch gleich wieder ineinander – auch das dürfen sie, es ist ihre Show!
Wenn Tobias alle Zauberstäbe in den Händen hält, schaue ich ihn ungläubig an und frage: „Brauchst du die Zauberstäbe alle für das eine Kunststück?“ Immer sagt er „Nein!“, weil er froh wäre, sie wieder loszuwerden. Deswegen fordere ich ihn auf: „Dann such dir mal einen Zauberstab aus, mit dem du das Kunststück zeigen möchtest.“ Dieser zweite Halbsatz ist sehr wichtig, anfangs dachten die Kinder immer, sie dürften den Zauberstab behalten, weil ich nur sagte: „Dann such dir mal einen Zauberstab aus!“

Tobias zaubert wieder zu schnell

Tobias entscheidet sich für einen Stab, die anderen werden abgelegt. Ich frage ihn, ob er bereit ist und ich beginne erneut die Ankündigung: „Moment, ich kündige dich eben noch an. Tobias, der größte Zauberkünstler Norddeutschlands, wird euch jetzt das großartige Kunststück mit dem grün-gepunkteten und dem grau-gesternten Tuch …“. Das gleiche Spiel: Tücher hochhalten, überrascht den Satz abbrechen, Tobias ansehen – diesmal schon etwas (etwas!!!) vorwurfsvoller – und ihm sagen: „Nein, Tobias, du musst warten, bis ich die Ansage fertig habe.“ Je ernster ich das sage, desto mehr feixen und freuen sich die Zuschauer. Manchmal versucht das Zauberkind jetzt, sich zu rechtfertigen. Ich versuche aber, es gar nicht so weit kommen zu lassen und sage plötzlich mit einem verstehenden Gesichtsausdruck: „Ach, ich verstehe. Das Kunststück ist viel zu leicht für Tobias! Wir müssen es schwieriger machen!“ Ich mache jetzt selbst drei Knoten in die Tücher und gehe damit zu Sabine. „Würden Sie bitte noch ein paar mehr Knoten in die Tücher machen? Lassen Sie sich ruhig Zeit, wir machen so lange etwas anderes.“ – Ich mache ein paar kurze Bewegungsspiel mit den Kindern..
Wir kommen jetzt zur dritten Wiederholung des Kunststückes – also Zeit für die Auflösung.

Ich frage Sabine: „Wie viele Knoten sind es geworden?“ Egal, was sie antwortet, ich hänge einfach noch die Endung „tausend“ daran, so dass eine unvorstellbar hohe Zahl herauskommt. „Sechstausend Knoten und meine drei – also 6003!“ Ich gehe zurück zu Tobias, der noch den Zauberstab in der Hand hält, gebe ihm die Tücher und sage ihm die Zahl.

Tobias zaubert richtig!

Ein älteres Foto des Kunststücks. Da gab es noch andere Tücher…

Dann nehme ich den Changierbeutel auf und wende mich an die Kinder. „Habe ich euch eigentlich schon meine neue Zaubermütze gezeigt?“ – „Ja!“ – „Ach, dann wisst ihr ja schon, dass die etwas zu klein für meinen Kopf ist!“ (Ich schlage mir – zur Freude der Kinder – immer den Holzrahmen des Changierbeutels an den Kopf mit den „Zu klein, passt nicht auf meinen Holzkopf!“) Er wird leer gezeigt und Tobias greift auch noch einmal zur Kontrolle hinein („Pass auf die Spinnen und Schlangen auf!“)
„Tobias, legst du bitte die Tücher in den Einkaufsbeutel. Danke. Und ich mache jetzt die Ansage: „Tobias, der größte Zauberkünstler Norddeutschlands, wird euch jetzt das Kunststück mit dem grün-gepunkteten und dem grau-gesternten Tuch zeigen. Er wird die 6003 Knoten wegzaubern – und dafür hat er genau eine halbe Sekunde Zeit!“ Demonstrativ schaue ich jetzt die ganze Zeit bis zur Auflösung auf meine Armbanduhr und halte Tobias den Changierbeutel hin, die Kammern sind schon gewechselt. Manchmal fragt er „Wie denn?“ und bekommt dann von mir irgend einen Tipp, was er machen könnte, z.B. gebe ich den quietschenden Salzstreuer. Er macht irgend etwas, was seiner Meinung nach Zauberei ist. Mehr oder weniger lange betätigt er sich, und ich versuche, ihn zu provozieren, lange zu zaubern, indem ich nicht reagiere, wenn er aufhört. Schließlich sagt er dann: „Fertig!“ – der Rekord steht bei etwa 25 Sekunden.
Dennoch rufe ich überaus erfreut: „Perfekt! Genau eine halbe Sekunde!“ Den Kindern ist das egal, aber die Erwachsenen freuen sich über diesen Gag. Ich nehme Tobias zunächst den Zauberstab ab, „damit du mich nicht aus versehen auch noch wegzauberst!“, dann sage ich ihm, wie es weitergeht.

Der Applaus für Tobias

„Tobias, es ist jetzt ganz wichtig, dass du erst nur ein Tuch aus dem Beutel nimmst und ganz tüchtig damit winkst. Dann bekommst du nämlich schon einen Riesenapplaus.“ Er nimmt eines der Tücher und hält es hoch. Der forcierte Applaus kommt wirklich prompt. Ich nehme ihm das Tuch ab und halte es hoch. „Und jetzt das zweite, dann bekommst du noch einen Applaus.“ Wieder holt er es heraus und zeigt es, wieder gibt es Applaus, aber diesmal weniger – es war schließlich nichts anderes zu erwarten. „Und jetzt noch die Knoten herausnehmen.“ Überrascht greift er nochmals in den Beutel, der aber natürlich leer ist (Bitte nicht zu lange suchen lassen, sonst könnte er die Knoten in der anderen Kammer spüren). Er sagt meistens: „Da sind keine!“
Diesen Satz greife ich auf und rufe mit begeisterter Stimme: „Da sind keine! Können ja auch nicht, weil Tobias sie weggezaubert hat! Es hat geklappt! Riesenapplaus für Tobias!“ Und in dem jetzt aufkommenden Jubelsturm wird er zurückgeführt an seinen Platz.

Abschließende Bemerkungen

Dieses Kunststück ist ein Musterbeispiel dafür, wie man ein Kind auf der Bühne groß darstellen kann, weswegen ich es immer wieder gerne in meinen Kindervorstellungen einsetze. Alles, was zauberisch auf der Bühne geschieht, wird dem Zauberkind zugeschrieben, und es zaubert am Ende tausende von Knoten einfach weg…

Welches ist Dein Lieblingskunststück? Schreib es gerne in einen Kommentar!

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