
Eigentlich hatte ich geplant, zu Weihnachten meinen persönlichen Jahresrückblick zu schreiben. Gestern, am Heiligen Abend, während der Autofahrt zur Familie meines Sohnes in Oldenburg arbeitete mein Gehirn selbstständig daran. Das ist bei mir normal: Wenn ich etwas plane, lasse ich es zunächst einfach ruhen und mein Gehirn arbeitet dann nachts oder während einer Autofahrt weiter daran und teilt mir irgendwann das Ergebnis mit, das ich dann nur noch aufschreiben muss. 🙂
So auch gestern. Mein Gehirn dachte über das Jahr 2025 nach, was so geschehen ist, eben. Viel politischer Müll (AFD, Trump, Merz, Putin und mehr) und viel Erfreuliches, insbesondere in meinem Mikrokosmos „Fußballverein BSC Grünhöfe“. Und da verhakte sich der Gedankengang und machte sich selbstständig. Er dachte über meinen Alltag im Verein nach.
Mein Alltagsleben
Mein Verein befindet sich in Bremerhaven in einem Stadtteil, in dem Menschen aus mehr als 100 Nationen wohnen und die Kinderarmut bei mehr als 50 % liegt. Und dennoch (oder gerade deswegen?) ist das Leben und Arbeiten dort sehr entspannt und macht viel Spaß. Wie kommt denn das, wo doch laut AFD und anderen rechtsgerichteten konservativen Idioten Menschen mit ausländischen Wurzeln an allem Schuld, wenn nicht gar chronisch kriminell sein sollen?
Ganz einfach: Weil nichts davon stimmt. Kompletter Bullshit.
Wir leben in Grünhöfe seit Jahrzehnten multikulturell, inklusionsbereit und tolerant, ohne es noch irgendwie erwähnen zu müssen. Es ist für uns selbstverständlicher Alltag. Wir brauchen dafür keine „Programme“, in denen wir beschreiben müssen, wie wir miteinander leben und gut auskommen wollen. Wir machen es einfach. Jeden Tag. 365 Tage im Jahr. Und das beste: Wir brauchen dazu einfach nur Respekt anderen Menschen gegenüber. So einfach ist das Leben.
Nicht die Äußerlichkeiten sind wichtig, sondern das Herz
Es ist völlig egal, wie jemand aussieht, wie er/sie sich kleidet, welcher Religion er angehört (oder wie ich gar keiner) oder aus welchem Land er/sie ursprünglich stammt. Das ist zwar für jede Person selbst und das eigene Selbstbewusstsein wichtig, aber für die Gemeinschaft zählt nur, wie es im Herzen aussieht und dass man respektvoll mit anderen umgeht.
Konkret wird es daher am Samstag geschehen, dass in meinem Auto Faris, Mohammed, Jeremy, Volkmar, Mike, Mohammed, Leon, Mayar und Kiyan (oder Igor und andere) gemeinsam und ohne Stress nach Hamburg fahren. Diverse Nationaltäten, Religionen Hautfarben. Und nicht weil wir Inklusion oder Integration spielen wollen oder es ein gefördertes Projekt gibt.
Nein, weil wir gemeinsam Alltag, Spaß und Lebensfreude teilen, uns gegenseitig respektieren und uns für Fußball begeistern. Wir fahren zum Fußballturnier nach Pinneberg und werden einfach Spaß miteinander haben. Und jeder wird beim Spiel jeden anderen brauchen. Wir sind ein Team.
Und so sind meine Weihnachtsbotschaft und mein Jahresrückblick und meine Vorschau auf 2026 eigentlich auf zwei Wörter zusammenzufassen: „RESPEKT, bitte!“
Nachwort
Und irgendwann werden es auch die ewig gestrigen Politiker*innen merken: Viele der in Deutschland lebenden Menschen mit ausländischen Wurzeln und Namen sind längst deutsche Staatsbürger. Sie sind bereits die neue Generation und in Deutschland geboren. Deutschland ist längst bunt und multikulturell und das ist sehr gut so.
Ihr habt das nur noch nicht gemerkt in eurer Standesdünkel-Blase. Macht nicht den gleichen Fehler noch einmal wie die Nationalsozialisten von 1930 – 1945. Das Ende war ein Menschen verachtendes Desaster! Guckt lieber in unser Grundgesetz und haltet euch daran.

Lieber Volkmar,
du hast tolle Worte gefunden und ich möchte mich da einfach anschließen….
“ Respekt“ bitte!!
Ich wünsche dir noch schöne Tage und noch schönere Momente….
Herzliche Grüße…Tina