Schatztruhe der Beteiligungs-möglichkeiten (2)

Von Bernhard Raupach („Bernhard der Zauberer“)

Foto: Raupach

Heute erscheint der zweite Teil der Sammlung von Möglichkeiten, wie du Kinder aktiv in deinem Programm beteiligen kannst.

Ich würde mich freuen, wenn weitere Anregungen dazu kommen würden, denn unsere Kunst lebt ja davon, dass die Kinder sich an der Vorführung betiligen.

Der Artikel von Bernhard Raupach ist damit komplett veröffentlicht. (vk)

Bewegungen III. (Darstellende Gesten)

Das pantomimische Gestikulieren kann eine Erzählung veranschaulichen und den gemeinsamen Erlebnischarakter unterstreichen. Die kindliche Fantasie füllt jede Geste mit Leben.

Platzierung im Programmaufbau: Passt gut zu Kunststücken mit einer längeren Handlung die verdeutlicht und aufgelockert werden soll.

  • „Glocke“ (Gefaltete Hände, danach Mittelfinger umlegen und Handflächen gegeneinander drehen)
  • Händewaschen
  • Scheibenwischerbewegung
  • Recken und strecken (Etwas vom Baum pflücken)
  • Etwas ziehen und zerren
  • Etwas in die eigene Tasche stecken
  • Etwas durch ein imaginäres Fernrohr betrachten
  • Etwas fangen
  • Zittern, Frösteln (wie bei Kälte)
  • Etwas langsam anheben (Schwere Gewichte)
  • Etwas fallen lassen
  • Etwas sammeln
  • Etwas (ab)kratzen
  • Etwas ablegen
  • Etwas abreiben (z.B. Farben von der Kleidung für das Malbuch)
  • Etwas auf die Handfläche kehren (z.B.: Reste vom verschwunden Schwammball)
  • Fahren (Lenkrad bewegen)
  • Etwas zerreiben (bis es unsichtbar wird)
  • Etwas pressen
  • Etwas zertreten
  • Etwas verstecken (unter Sitz, unter den Füssen, etc.)
  • Etwas zerschneiden (mit „Zeige- und Mittelfingerschere“)
  • „Tiermaul“ (Daumen als Unterkiefer, 4 Finger als Oberkiefer)
  • Uhrzeiger /Countdown (Beide Arme stellen tickende Zeiger dar)
  • Wellenbewegung mit Hand und Armen
  • Flattern wie ein Vogel (mit angewinkelten Armen wackeln)

Sprache und Gesang

Der verbale Ausdruck ist neben der Körpersprache unser wichtigstes Kommunikationsmittel. Eine Kindergruppe ohne die Hilfe des Zauberers sprechen oder wiederholen zu lassen, empfiehlt sich nur, wenn wir sicher sein können, dass die Mehrheit der Sprache mächtig ist. Bei einer Mehrheit von Kindern bis drei Jahren oder bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache könnte dies schwierig werden. In diesem Fall empfiehlt sich das Mitsprechen durch den Zauberer. Gemeinsames Singen ist eine tolle und fröhliche Abwechslung im Programm. Es setzt aber viel Offenheit und Mut durch das Publikum voraus. Eine gute Akustik ist in allen Fällen von größter Bedeutung.

Platzierung im Programmaufbau: Durchgehend im kompletten Ablauf.

  • Zaubersprüche wiederholen (gemeinsam/das Publikum alleine)
  • Zaubersprüche zu Ende sprechen / ergänzen
  • (Mit)zählen
  • Countdown
  • (Rätsel- ) Fragen beantworten
  • Reime ergänzen
  • Lieder mit passendem Text singen (gemeinsam / nur das Publikum)
  • Gegenrede provozieren („mit dem gelben Ball…“, dabei einen roten Ball zeigen)
  • Klatschen mit Zauberspruch (Silbenklatschen)
  • Auswählen eines Gegenstandes (z.B. durch Zuruf)
  • Sprechen mit vorgehaltener Hand
  • Sprechen mit zugehaltener Nase
  • Lippenbewegen ohne Sprechen (Stummes Sprechen)

Wettbewerbe

Kleine Wettbewerbe, bei denen es nichts als Spaß zu gewinnen gibt, können die Stimmung stark anheizen. Einzelne Gruppen wissen etwas mehr, sind schneller oder können etwas besser. Dabei ist aber Vorsicht geboten. Es dürfen niemals Personen verlieren, die danach frustriert sein könnten. Dies trifft eigentlich auf alle Kinder jeden Alters zu. Erwachsene dagegen lassen Kinder üblicherweise gerne gewinnen. Daher meine Empfehlung: Lassen sie in ihrem Programm David gegen Goliath gewinnen. Im Alltag erleben sich Kinder viel zu häufig als schwach und nicht ernst genommen.

Platzierung im Programmaufbau: Passt gut in die zweite Programmhälfte um die Konzentration zu steigern. Sparsam einsetzen.

  • Mädchen gegen Jungen (keine Gewinner! / alle Gewinner! )
  • Jüngere Kinder gegen ältere Kinder (keine Gewinner! alle Gewinner!)
  • Linke Seite gegen rechte Seite (keine Gewinner! alle Gewinner!)
  • Kinder gegen Erzieher/innen und Lehrkräfte (Natürlich gewinnen die Kinder!)
  • Kinder gegen den Zauberer (Natürlich gewinnen die Kinder!)
  • Kinder gegen die Handpuppe (Natürlich gewinnen die Kinder! Die Puppe kann anschließend getröstet werden.)

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