Time to say „Good-bye“?

Hin und wieder ist es sicher angebracht zu überlegen, ob man das, was man gerade tut, wirklich immer weiter tun will oder muss. Insbesondere, wenn von unterschiedlichen Seiten „Querschläge“ kommen, die den Spaß an der Sache noch einschränken oder gar verderben.

In meinem Berufsleben haben diese Überlegungen dazu geführt, dass ich im Durchschnitt alle 3 – 4 Jahre meine berufliche Tätigkeit verändert habe. Jetzt im Pensionsalter und -status sind es die Freizeitbeschäftigungen, die ich reflektieren muss.

Zuerst waren es die Reisen und Basteleien mit meinen zwei Citroen 2 CV – Enten – das war dann irgendwann durch und sie wurden wieder verkauft. Es folgte die LEGO-Phase. Auch sehr intensiv und teuer – alle Bausätze habe ich dann entweder gebraucht verkauft, bzw. die meisten meinem Sohn geschenkt.

Seit 2021 läuft nun die Phase „Jugendfußball im BSCG“, die wir im Team sehr erfolgreich gestaltet haben. Doch nun kommen auch hier die Querschläge von unterschiedlichen Seiten, die den Spaß an der Freude doch sehr trüben.

Time to fight

Ist es also Zeit, mich davon zu verabschieden? Oder ist es Zeit, gegen die Bremser, Querulanten, Ignoranten, Neider anzukämpfen? Das ist zwar anstrengend, aber andererseits herausfordernd und letztlich lohnend für die Kinder im Verein und die Sache an sich. Im Falle eines Rückzugs wäre, wie ein enger Mitstreiter gestern schrieb „alles, das wir gemacht haben, für die Katz“. Recht hat er – und wir würden rückwärtsgewandten alten weißen Männern das Feld für die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen überlassen. Das ist ein No-Go!

Es gibt 3 Baustellen

Im Moment gibt es eigentlich 3 Baustellen, in denen Teile den Spaß und die Arbeit bremsen und wo Weiterentwicklungen notwendig sind:

  • den Bremer Fußball Verband
  • unser Vereinsvorstand
  • unser Trainerteam

Mit dem Bremer Fußball-Verband (BFV) sind wir seit zwei Monaten im Kampf um Spielwertungen und -manipulationen. Ein Bremerhavener Verein hat in einem D-Junioren Spiel gegen uns (und gegen andere) einen C-Junioren Spieler eingesetzt, was natürlich nicht erlaubt ist und eigentlich zu einer Spielumwertung führt. Ich habe das dem BFV gemeldet, der Fall wurde überprüft und als sachlich wahr herausgefunden – aber bis heute wurde kein Spiel umgewertet und wir haben nicht eine einzige schriftliche Antwort bekommen, mit der wir z.B. das Sportgericht anrufen könnten. Es scheint so, als ob der andere Verein trotz Kenntnis im BFV, dass ein zu alter Spieler mitgewirkt hat, die Meisterschaft gewinnt. Für mich ein No-Go. Und zudem wird damit der Fairplay Gedanke im Sport mit Füßen getreten.

Unser Vereinsvorstand verschläft schon seit 4 Jahren die Weiterentwicklung insbesondere unserer Fußballjugend. Und das, obwohl alle Vorstandsmitglieder selbst aus dieser Abteilung stammen und als Spieler und Trainer darin aktiv waren. Mit zunehmenden Alter sind sie leider zunehmend eingeschlummert und trauern scheinbar alten Zeiten hinterher. Notwendige Veränderungen werden nur nach zähen Verhandlungen oder auch gar nicht umgesetzt. Modernisierungen und Renovierungen unseres Vereinsgeländes und Vereinsheims werden nicht auf den Weg gebracht – das haben wir dann letztlich in Eigenregie gemacht. Die Forderung nach einem Kunstrasen wurde sehr mühsam und halbherzig der Stadt präsentiert. Mein damaliger offener Brief, dass ein Kunstrasen für uns erforderlich ist, brachte mir viel Ärger seitens des Vorstandes ein. Jetzt, zwei ungenutzte Jahre später, schreibt der Vorstand selbst einen offenen Brief mit gleichem Inhalt. Zwei verlorene Jahre für die Sache …

Und last not least nimmt unser Vorstand den verantwortlichen Trainer des oben genannten Spielbetrugs als Spieler auf, obwohl er in dem Zusammenhang noch gezielt gegen unseren Verein getreten hatte. Mein Antrag, ihn wegen seines unsportlichen Verhaltens nicht in unseren Verein aufzunehmen, lehnte der Vorstand ab. Darf er machen – muss ich aber nicht gut finden. Finde ich auch nicht gut. War ebenfalls ein No-Go.

„sag’s ihm, er kann mich im Arsch lecken (Goethe: Götz von Berlichingen)

Meine eigentliche Reaktion auf all diese unsagbaren Entwicklungen wäre das Zitat von Goethe in seinem Stück Götz von Berlichingen, verbunden mit einem schönen Gruß und den Worten „Macht euren Scheiß alleine!“

Andererseits hängen an diesen Erlebnissen und deren Folgen auch fast 250 Kinder und 30 Trainerinnen und Trainer, die ich nicht alleinlassen möchte. Und mein Ehrgeiz, die Welt und unseren Sportverein zu einem schönen Platz zu machen, ist auch noch vorhanden.

Ich werde daher meine Aktivitäten fortsetzen, aber dennoch Konsequenzen ziehen. Falls der BFV tatsächlich eine Mannschaft Meister werden lässt, im Wissen, dass ein zu alter Spieler daran maßgeblich beteiligt war, werde ich meine silberne Ehrennadel an den Verband zurückgeben und das öffentlich bekannt machen. Und natürlich werde ich jede Form der Zusammenarbeit mit dem BFV einstellen.

Innerhalb des Vereins werde ich ebenfalls Konsequenzen ziehen, die ich allerdings noch überdenke. Ich bin Ehren-Vorsitzender unseres Vereins. Ich weiß noch nicht, ob ich das in Verbindung mit den aktuellen Entscheidungen weiter bleiben kann. Ich weiß aber, dass ich nicht mehr wie jetzt einiges an Tätigkeiten weiter ausführen will, die eigentlich Vorstandssache sind. Ich werde mich nur noch um die Angelegenheiten der Fußballjugend kümmern.

Und lande damit bei Baustelle 3, unserem Trainerteam. Mein genialer Jugendleiter-Partner (und Chef) arbeitet an der Weiterentwicklung unseres Konzepts. Weg vom quantitativen Ausbau der Abteilung, was bisher wichtig war, hin zu deutlich besserer Qualität, auch verbunden mit „professionellerer“ Verwaltungstätigkeit. Damit spricht er mir aus der Seele, dieser Schritt ist jetzt notwendig und ich habe ihm 100 % Unterstützung zugesagt.

Darin wird künftig mein Arbeitsschwerpunkt liegen, und alte weiße Männer in Vorstand und BFV, die aus meiner Sicht zu wenig Wert auf Fairplay und vorbildliches Verhalten im Kinder- und Jugendfußball legen, werde ich einfach ignorieren und anprangern.

Let’s go!

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