Was bringt ein internationaler Vergleich?

Beitrag von Roman Ertl

Zaubern mit Kindern – Was bringt ein internationaler Vergleich?

Dieser Blog hat bisher durch Unterstützung, Mitarbeit und Interesse zahlreicher ZauberInnen ein Forum geboten Wegbegleiter zu sein, um die Zauberei mit Kindern auf einen höheren Standard zu bringen. Sehr Vieles gilt es zu berücksichtigen; wir sind nicht nur Schauspieler, Regisseur, Tontechniker, Beleuchter usw. in Einem, wir müssen psychologische, gruppendynamisch- soziologische, pädagogische, ökonomische, rechtliche u.v.a. Jonglierbälle in Balance halten. Einen weiteren Ball möchte ich hier noch mit in die Akrobatik unseres Tuns hinzuwerfen: Das Wachsen auch durch einen internationalen Vergleich.

Da die meisten von uns die englische Sprache in der Schule gelernt haben und uns magische angelsächsische Literatur und Filme massenhaft zugänglich sind, werden wir wohl zuerst auf diesen Kulturkreis und deren Angebote bei einem Vergleich blicken. Neben den gängigen Namen wie Terry Herbert, Pat Fallon, Danny Orleans, David Ginn, Christopher T. Magician, wird „Silly Billy“ David Kaye gerne als Quelle der Inspiration genommen. Er hatte zu den Zeiten, als es den Zauberzwerg noch als gedrucktes Exemplar gab, ein geniales Kunststück exklusiv für diese Zeitschrift zukommen lassen; wohl weil er wusste: DAS begeistert auch die Kinder in Deutschland.  

Stephen Ablett aus Manchester

Quelle: www.amazingstephen.co.uk

Ich möchte eure Aufmerksamkeit hier auf Stephen Ablett aus Manchester lenken. Schaut ihn euch im Netz an. Er ist Preisträger für seine Zauberei mit Kindern. Er kombiniert, etwas herausfordernd, gerne seine Shows mit Manipulationen. Als „Amazing Stephen“ hat er auf seiner Seite kostenlos zwei 40 Minuten Shows eingestellt, die das quirlige Leben vor Ort und ihn als Typ eines britischen Zauberers gut einfangen.

Was können wir aus solchen Vergleichen mitnehmen? Neben vielen Ideen, Impulsen und Gags zunächst aber die Grenzen einer Übernahme von Vorbildern aus anderen Kulturen. Wortspiele passen nämlich nicht in anderen Sprachen, bestimmte Themen und Eventanlässe gibt es nicht (so häufig) in Deutschland oder es gibt kulturelle Tabus, „no gos“ sozusagen, die nicht oder auch nur in bestimmten Gebieten gelten.

Chancen durch den internationalen Blick

Quelle: www.amazingstephen.co.uk

Was sind die Chancen eines Blicks auf internationale KollegInnen? Sie spielen z. B. in Bereichen, die hier noch nicht gefunden wurden. So ist die Zauberei in Bibliotheken oder Buchhandlungen in Deutschland noch sehr spärlich vertreten. Bestimmte Typen bzw. Unikate an Zauberern, seien diese skurril, bizarr oder sonst wie verrückt, ermutigen zu Kreativität. Die unterschiedlichen Umgangs- bzw. mit Herangehensweisen und Philosophien an Zauberei erweitern unsere Sichtweise. Sie zeigen aber auch, dass es augenscheinlich eine internationale gültige Haltung und ein wertschätzendes Miteinander mit Kindern bei erfolgreichen Magiern gibt. Und weltweit sind wohl alle Kinder (in bestimmten Bereichen) gleich: Jedenfalls in den für uns relevanten Bereichen: Alle lachen sie (in einer bestimmten Altersstufe) über piepsige Sprache oder tumbe Gestik, wenn sie aufgedreht sind, muss man doch etwas mehr Steuern um nichts Ausufern zu lassen oder sie lieben es gemeinsam mitzuspielen.    

Dies ist wieder ein Artikel mit dem Aufruf an die LeserInnen, eure Erfahrungen mit dem  internationalen Blick hier einzubringen. Schreibt uns, bitte.

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