Wie lange geht eine Zaubershow für Kinder?

Unsere Zaubershows für Kinder werden jetzt – nach dem langsamen Ausklingen von Corona – wieder mehr. Insbesondere Kitas und Schulen werden zum Ende des Schul-/Kita-Jahres wieder verstärkt Künstler*innen für die Abschlussfeiern suchen. Darauf können wir uns freuen. Und damit stellt sich auch wieder die Frage (nicht nur der Verantwortlichen in den Einrichtungen): „Wie lange dauert Ihre Vorstellung?“

Meine persönliche Meinung ist: „Das kommt drauf an!“ Worauf? Das erkläre ich gleich. Den Anfragenden sage ich immer: „Ungefähr 45 Minuten. Vielleicht etwas kürzer oder etwas länger – je nachdem, wie die Kinder in Form sind.“

Und ob es dann etwas länger oder kürzer wird, kommt darauf an, wie die Umstände sind. Denn die können einen großen Unterschied ausmachen.

Darauf kommt es an

Selbstverständlich habe ich mein festes Programm, das ich bei Auftritten in Schulen oder Kitas spiele. Es ist mein bewährtes „Zauber?KInder!“, das ich in meinem gleichnamigen Buch ja schon ausführlich beschrieben habe. Es enthält 10 Kunststücke und hat normalerweise eine Spielzeit von so ca. 45 Minuten.

Manchmal verkürze ich es auf 35 – 40 Minuten, meistens, wenn ich im Rahmen eines größeren Festes auftrete. Dort gibt es viele andere Angebote für die Kinder, die sie nicht verpassen wollen. Ich merke dann nach ca. einer halben Stunde, dass sie unruhig werden und komme zum Ende meines Programms. Ich habe für diese Situation ein Kunststück, das ich dann weglasse: Das Tücher verknoten.

In einer ruhigen Atmosphäre, zum Beispiel als alleiniger Auftritt im Schul-/Kita-Vormittag, peile ich mit dem Programm 45 Minuten Spielzeit an. Und wenn es den Kindern gefällt und sie dann noch Spaß und Lust haben, gibt es 1 – 2 Zugaben. Das passiert relativ häufig, und so habe ich auch schon in Kitas fast 60 Minuten gezaubert, ohne dass die Kinder unruhig wurden.

Entspannte Atmosphäre im Zaubertheater

In einer ganz ruhigen Atmosphäre, zum Beispiel in meinem Zaubertheater, spiele ich immer 60 Minuten. Hier ist die Situation anders, weil die Mischung Kinder und Erwachsene in der Regel bei fast 50:50 Prozent liegt. Da verhalten sich die Kinder anders: Sie holen sich gelegentlich eine kleine Entspannungssekunde bei Mama oder Papa. Am Ostermontag habe ich im Theater sogar 75 Minuten gespielt…

Wie bereits geschrieben: „Es kommt drauf an…“

Darauf kommt es wirklich an

Es kommt aber nicht wirklich darauf an, wo ich spiele, sondern vielmehr ist von Bedeutung, wie ich spiele. Ich vergleiche den Auftritt gerne mit dem Agieren von Lehrern in der Schule, weil das jede*r versteht. Wenn ich als Zauberer auf der Bühne einfach einen Trick nach dem anderen abspule, ist es das gleiche, als ob ein Lehrer vor der Klasse seinen Monolog hält. Frontalunterricht, bzw. Frontalzauberei. Das Ergebnis ist, dass die eine Hälfte der Zuschauer einschläft, die andere wird aggressiv und stört.

Wenn es mir jedoch gelingt, die Kinder mit dem, was ich tue, zu begeistern und sie aktiv in das Geschehen mit einbeziehe, gehen sie gespannt und interessiert mit. Das klappt in der Schule, und das klappt auf der Zauberbühne.

Die Kinder wollen gerne mitmachen, also beteilige ich sie: Sie rufen Zaubersprüche, sie stehen mit auf der Bühne, sie werden körperlich bewegt, indem sie mit Händen und Füßen bei den Tricks etwas machen sollen, ihre Meinungen sind gefragt, sie sollen rufen und vieles mehr. Kurze gesagt: Die Zaubervorstellung ist ihre Show und die Kunststücke funktionieren, wenn die Kinder richtig mit“arbeiten“.

Die Kinder müssen dabei sein!

Und natürlich soll das Programm auch in Bezug auf seinen Aufbau altersgerecht gestaltet sein: Der Inhalt muss dem Alter entsprechend verständlich sein. Der Aufbau muss dem Prinzip der Abwechslung folgen: Laut – leise, Kurz – lang, Zauberer zaubert mit einem Kind – alle zaubern gemeinsam, Sprechstück – gemeinsames Lied, ernst – heiter, schnell – langsam. Jede neue Vorführart ist für die Kinder etwas Neues, was erneut ihr Interesse weckt. In der Schule funktioniert das unter dem Begriff Methodenwechsel.

Und wenn es gelingt, damit die Kinder in die Vorstellung wirklich einzubinden, dann bleiben sie auch lange mit Spannung und Begeisterung dabei.

Fazit

Die Länge eine Zaubershow für Kinder kann durchaus variabel sein. Es hängt von der Art der Präsentation ab, wie lange die Kinder „dabei bleiben“ und ob es ihnen gefällt.

Dennoch empfehle ich, von einer Spieldauer von 45 Minuten auszugehen und diese entsprechend der Umstände zu verkürzen oder zu verlängern.

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