Zaubern gegen die Depression

Ulrich Rausch

Quelle: MS word Cliparts

Die Neue Züricher Zeitung online hat am 16.03.2020 eine Fotostrecke veröffentlich. Über einen italienischen Lehrer, der zusammen mit seiner Frau (ebenfalls Lehrerin), der zweijährigen Tochter und den Großeltern seit 6 Wochen in der Sperrzone lebt und die quasi, auch wenn sie gesund sind, unter Hausarrest leben müssen. Die Bilder dokumentieren, wie sich im Laufe der Wochen das Leben ändert, wie dieses „nicht raus dürfen“ die Menschen verändert. Kein Kindergarten, keine Schule, keine Bar zum Treffen – immer nur zu Hause sitzen und warten. Und wenn die lautlosen Digitalwecker zum Problem werden und ein alter mechanischer Wecker rausgeholt wird, weil sein Ticken die Totenstille durchbricht. Warten auf was eigentlich?

Jetzt mal eine Vorstellung sehen!

Jetzt mal eine Zaubervorstellung für die Kinder, aber ich darf nicht hin, und die Kinder dürfen nicht raus. Ja selbst mit einem Sicherheitsabstand von 2 und mehr Metern zum nächsten Menschen sind sie in Italien, Deutschland, Österreich oder der Schweiz im Augenblick sinnvollerweise undenkbar.

Aber irgendwie muss es doch möglich sein, die Freude hervorzurufen, die die Zauberkunst bei Kindern hervorzaubern kann, auch in der Zeit, in der das am wichtigsten wäre.

Deshalb mein AUFRUF an die Zauberzwerg-Leser/innen: Macht Euch Gedanken darüber, wie wir online Kinder verzaubern können.

Meine Idee:
Auf Youtube wird ein Kanal „Der Zauberzwerg“ eingerichtet. Wer Lust hat und technisch dazu in der Lage ist, nimmt die Vorführung eines Kinderzauberkunststückes auf von vielleicht 5 bis 10 Minuten. Die eingesandten Filme werden zu einer ca. 40-minütigen Vorstellung zusammengestellt und zu einem bestimmten Termin online geschaltet.
Jeder von uns kann über seine Kanäle (Lehrer/Kitas, Privatpersonen etc.) auf diese Online Zaubervorstellung hinweisen und herzlich dazu einladen, diese mit den Kindern anzusehen.
Und eine Woche später gibt es vielleichte eine zweite Vorstellung und eine weitere Woche später…

Bei der Auswahl der Kunststücke wäre mir wichtig, dass sie vom Effekt und der Präsentation kindgerecht sind, sie online funktionieren und sie ohne Kameratricks zustanden kommen, d.h. das man sie live genauso erleben kann.

Und natürlich darf jeder, der sich daran beteiligt, auch etwas diskrete Werbung machen, für die Zeit danach, wenn wieder Zauberkünstler gebucht werden können. Aber nur in Maßen: Name, Homepage in welcher Region man aktiv ist – das sollte doch reichen.

Und vielleicht kann man irgendwann dann auch mal eine Live-Zaubervorstellung auf YouTube schalten?

Wer macht’s?

Da wäre noch eine Frage offen?
Wenn ich schon so eine Idee habe – warum mache ich es dann nicht selber?
Ganz einfach: Ich kann es nicht. Ich bin noch jemand, der, wenn er sich Musik kauft, diese als reale CD erwirbt und mit der Hand in ein Gerät schiebt… In der digitalen Welt bin ich zwar (eingeschränkter) Nutzer, aber kein Produzent.

Hier ist der Link zur NZZ

9 thoughts on “Zaubern gegen die Depression

  1. Ich finde, das ist eine ausgezeichnete Idee.
    Leider geht es mir persönich wie Ulrich: Ich bin technisch nicht in der Lage, so etwas umzusetzen. Aber vielleicht, hoffentlich, findet sich jemand, der dazu bereit ist.
    Zauberhafte Grüße
    Volkmar

    1. Oh, das tut mir leid. Ich hab gar nicht gesehen, dass das Bild genau unter deinem Namen war, das war selbstverständlich keine Absicht. Das sollte kein Autorenfoto sein, sondern ein Symbolfoto „Langeweile“. Sorry. Ich hab das Bild etwas weiter weg geschoben.

  2. Bravo, ich finde die Idee auch sehr charmant!
    So man denn genug Auswahl hat, wäre sicher eine gewisse Endredaktion (für Dramaturgie, Qualitätskontrolle, Vermeidung von Dopplungen, einheitliche Trenner und Bauchbinden etc.) sehr hilfreich für ein tolles Endprodukt.
    Bin aber leider auch raus als Mann des Wortes, Nicht-Filmer und Nicht-Cutter… 🙁

  3. Die Idee habe ich schon vor 2 Tagen umgesetzt, allerdings für Erwachsenen. Ich habe für unseren OZ ein Kartenkunststück ins Netz ( über Vimeo ) gesetzt und jeder sollte überlegen wie es geht. Am nächsten Tag habe ich dann die Erklärung geschickt. Kam gut an. Ich zaubre viel für Kinder, aber die guten Sachen sind mit Assistent. Mal überlegen!!!
    Gruß
    Manfred
    OZ Mindelheim

  4. Hallo Volkmar,
    jetzt melde ich mich nochmal. Ich muss gestehen, dass ich den Artikel von U. Rausch nicht so aufmerksam gelesen habe wie es sich gehört. Erst jetzt wurde mir es bewusst.
    Ich hab dir ja vorhin schon geschrieben, dass ich es in unserem OZ vor 2 Tagen schon gemacht habe. Ich habe die technischen Möglichkeiten, bin aber kein Profi.
    Muss mal überlegen wie so etwas ausschauen kann. Es sollen ja die Kinder direkt über den Film oder das Video angesprochen werden? Oder wie hast du dir das vorgestellt?
    Oder eine Vorstellung, die ich aufgezeichnet habe?
    Gruß
    Manfred

  5. Hallo, Manfred,
    nö, ich glaube, es ging in erster Linie darum, gegen die Langeweile eine unterhaltsame Zaubershow ins Netz zu stellen und diese Information möglichst weit zu verbreiten.
    Die inhaltliche Gestaltung ist da flexibel.
    Aber vielleicht meldet sich Ulrich hier ja auch noch einmal selbst zu Wort.
    Schönes Wochenende
    Volkmar

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