Ehrlich, nicht zu empfehlen

Ulrich Rausch

Der neuste Zauberkasten der Ehrlich Brothers

Ehrlich Brothers: Mental Magie, 25 Tricks, Anleitungsheft mit 68 Seiten Din A5, vierfarbig,
Erklärungsvideos online, ab 7 Jahre
Clementoni S.p.A., Preis: um die 30.- €, 2020, Artikel – Nummer: 59182

Ein paar Hinweise zu Beginn: Im Rahmen der Besprechung dieses Zauberkastens habe ich Mails sowohl an den Verlag wie auch an die beiden Autoren geschickt, da ich einige Fragen hatte und diese gerne vor der Veröffentlichung abklären wollte. Ich habe in beiden Fällen deutlich gemacht, dass ich als Journalist schreibe und es um eine Rezension geht. Ich habe bis zum Augenblick der Veröffentlichung keine Antwort erhalten, die Möglichkeit zur Stellungnahme wurde also nicht genutzt. Sollten in Zukunft noch Antworten eintreffen werde ich die eigentliche Besprechung unverändert lassen, die Antworten aber separat ggf. mit einem Kommentar im Anschluss an die Besprechung veröffentlichen.

Die Zielgruppe

Als Zielgruppe wird das Alter „7+“ angegeben. Das ist natürlich in erster Linie als Kaufhinweis für die Eltern, Großeltern etc. gedacht. Aber ich bin der Meinung, dass ein solches Marketinginstrument trotzdem wahrhaftig sein muss. Also: Können siebenjährige Kinder mit diesem Zauberkasten so zaubern lernen, dass sie zumindest die meisten Tricks daraus auch erfolgreich vorführen und Applaus nicht aus Sympathie bekommen, sondern weil die Zuschauer echt verblüfft sind? Und hier habe ich schon schwere Bedenken: Bei Trick 21 geht es um eine Wortvorhersage, wobei das Wort in dem Buch mit einer Rechenoperation forciert wird. Nachdem ein Zuschauer vier Zahlen ausgewählt hat muss das Kind diese (wohl im Kopf, es wird nichts anders angegeben) addieren. Das Ergebnis ist dann 34.

Bei Trick 24 werden 5 Zahlen jeweils zwischen 10.000 und 80.000 verwendet, mit denen dann das Zauberkind demonstriert, dass es schneller rechnen kann als ein Taschenrechner. Bei Trick 25 geht es um ein „Magisches Quadrat“, zu dem ein Zuschauer eine Zahl „zwischen 30 und 100“ nennen soll, und damit wird dann ein „Magisches Quadrat“ gebildet. Schon an dieser Stelle der kleine Hinweis, dass diese Formulierung falsch ist, es geht nicht nur mit einer Zahl „zwischen“, dann wären nur die Zahlen von 31 bis 99 möglich, sondern eine Zahl „von 30 bis 100“ ist möglich!

Bei allen drei Tricks frage ich, ob Kinder mit 7 Jahren, die unter Umständen gerade noch in der ersten Klasse sind, diese beherrschen könnten. Und selbst für die zweite oder dritte Klasse scheinen mir Rechnungen mit Zahlen zwischen 10.000 und 80.000 unmöglich zu sein1]. Ich finde es einen weiteren schweren Mangel, wenn bei der Auswahl der Tricks die individuellen Fähigkeiten der Zielgruppe nicht berücksichtig werden. Und dies scheint hier der Fall zu sein.

Trickverrat vs. Trickerklärung

Ich hatte hier ja an anderer Stelle (Der feine Unterschied (2) – Der Zauberzwerg) schon einmal den wesentlichen Unterschied zwischen dem Trickverrat und der Trickerklärung diskutiert. Das erste zielt darauf ein Geheimnis auszuplaudern, während das zweite zum Ziel hat jemandem ein Kunststück so beizubringen, dass er/sie es beherrscht. Das erste ist in meinen Augen absolut inakzeptabel, das zweite kann – wenn es richtig gemacht wird – das Interesse an der Zauberkunst wecken, um sich ernsthaft damit auseinander zu setzen. Ein Zauberkasten ist in meinen Augen prinzipiell ein mögliches Hilfsmittel zur „Trickerklärung“. Man wird aber genau hinsehen müssen, ob er die hohen Ansprüche an Erklärungen auch wirklich erfüllt.

Ärgerlich bei dem Kasten der Ehrlich Brothers ist, dass er mit einem Trickverrat beginnt: Ein Trickgeheimnis wird erklärt, ohne dass die Kinder es lernen können, ja sie sollen es noch nicht mal lernen. Auf Seite 6 gibt es ein Glossar mit einigen wichtigen Fachbegriffen, die knapp und verständlich erklärt werden. In 14 Zeilen wird erklärt, was eine Daumenspitze ist und wofür sie verwendet wird. Warum? Weil der „geheime Daumenschreiber“ aus einer solchen hergestellt wurde. Aber das heißt doch nicht, dass man jedes andere Trickprinzip, dass gar nichts mit der Verwendung des Schreibers zu tun hat, einfach rausposaunt. Und damit ist es einfach nur ein dummer ärgerlicher Trickverrat!

Die Tricks und die Requisiten

Ein Notizblock für einige Tricks

Allein aus Platzgründen kann ich hier nicht jeden der 25 Tricks und die dazugehörigen Requisiten besprechen. Bei keinen der Kunststücke wird der Erfinder genannt. Sehr schade! Eine beispielhafte Auswahl muss reichen:

„Trick 2: Zeitungsvorhersage“:

Wenn der Text nicht einen auch auf Entfernung sichtbaren Absatz hätte, könnte der Effekt verblüffen

Hierbei handelt es sich um den „Newspaper Test“, den Punx nach Deutschland gebracht hat, und Borodin zum ersten Mal veröffentlichte: Bei einem Zeitungssteifen bestimmt ein Zuschauer, wo einen Artikel durchgeschnitten wird, und genau diese Stelle hat der Künstler vorhergesagt. Ich mag jetzt gar nicht diskutieren, ab welchem Alter dies als leicht beschriebene Kunststück geeignet ist, oder ob so ein Trick überhaupt etwas in einem Kinderzauberkasten zu suchen hat, sondern nur darauf hinweisen, dass das Foto drei in meinen Augen einen schweren Fehler enthält. In dem Text schreiben sie, dass die Spalte kein Bild und keine Überschrift enthalten darf, damit die Zuschauer nicht merken, dass der Zettel nach dem Schneiden gedreht wurde. Aber auf Bild 3 ist ein Streifen zu sehen, der einen deutlich erkennbaren Abschnitt enthält. Wenn z.B. genau über diesem Ansatz abgeschnitten wird, fällt später auf, dass der Zettel umgedreht wurde.

„Trick 8: Blick in die Glaskugel“

Hierbei handelt es sich um den Center Tear – Effekt. In einen Kreis soll ein Name geschrieben werden, und der Zaubermeister „errät“ ihn. Warum „errät“ eigentlich ein Mentalist etwas? Erspüren, erfühlen, übertragen bekommen, dies alles scheint mir als Bezeichnung sinnvoll zu sein, aber es geht doch um keine Rate-Show. Oder? Aber ich will auf etwas anderes hinaus: Um die Mitte zu lesen, wird gezeigt, dass man beim Zerreißvorgang die Mitte unter der Deckung der übrigen Schnitzel öffnet und liest. Sorry, selbst erfahrene und geschickte Mentalisten würden das niemals so machen, weil es so zu risikoreich ist, es kaum „unsichtbar“ zu machen ist und eigentlich zwischen dem Zerreißen, auf dem die ganze Aufmerksamkeit der Zuschauer liegt, und dem Lesen ein Abstand bestehen sollte, um es besser zu kaschieren. Kann man mit einem schlechten Tipp, wie man es machen soll, ein Kunststück gut lernen?

„Trick 12 + 13: Mit dem Daumenschreiber“

Der „geheim Daumenschreiber“ – im Größenvergleich

Was hat ein solches Hilfsmittel in einem Kinderzauberkasten verloren? Und ich meine hiermit noch nicht einmal das Problem der Passform. Er muss gut sitzen, damit man damit halbwegs ordentlich schreiben kann. Das ist bei Kinderhänden schwierig und mit einem einfachen Schnitt in den Rand ist es u.U. gar nicht getan. Ich meine die Tipps, wie man das Schreiben üben soll. In einem kleinen Absatze wird alles, was man zum Üben meint sagen zu müssen, abgehandelt. Erster Fehler: Man soll den beigelegten Block nehmen. Der Block hat keine Linien (siehe Foto oben), die eine wesentliche Hilfe wären. So purzeln die Zahlen und Buchstaben irgendwo auf dem Blatt herum, und beim Schreiben hat man keine Orientierung, dass es halbwegs ordentlich und gleichmäßig aussieht.

Hält man den „geheimen Daumenschreiber“ wirklich so, um damit zu schreiben?

Fehler 2: Es ist zwar richtig, dass Zahlen im Prinzip einfacher zu schreiben sind als Buchstaben. Aber es gibt einfache Zahlen und schwierige, und es wäre schon hilfreich, wenn man gerade bei Kindern, die gerade erst mit dem Schreiben in der Schule angefangen haben, sagt, wie man nur mit dem Daumen eine „1“ oder eine „8“ schreibt. Fehler 3: Bei Trick 12, (Abbildung 6) und Trick 13 (Abbildung 4) wird gezeigt, wie man mit dem Schreiber schreibt. Der Fehler in beiden Bildern ist, dass der Daumen seitlich auf dem Blatt aufliegt, die Schreibmine nach rechts weist. Um Schreiben zu können muss aber die Mine senkrecht auf das Papier gesetzt werden, Daumennagel nach oben. Es wird übrigens in dem Anleitungsheft nicht erklärt, wie und ob man die Mine auswechseln kann.

Die Videos

Zu jedem Kunststück gibt es zusätzlich ein Erklärvideo, in dem die Autoren das Kunststück vorführen und dann auch erklären. Allerdings liegen die Videos nicht als DVD oder Stick bei, sondern man muss sie online ansehen. Dazu muss man sich für jeden Trick einzeln, also 25 mal, eine entsprechende Seite öffnen, dass Passwort eingeben und dann einen Werbevideo sehen, bevor man zu der Vorführung und Erklärung kommt. Das hätte man auch einfacher haben können, in dem man z.B. alle Videos in einem Bereich deponiert und man nur einmal das Passwort eingeben muss, oder sie alle zusammen als Download bereitstellt.

Als Ergänzung zu dem Anleitungsheft sind solche Videos sehr sinnvoll, weil das Kind bei der Vorführung erst einmal ein Eindruck davon bekommt, wie es auf die Zuschauer wirkt und man dann aus verschiedenen Perspektiven die Handhabung zeigen könnte. Allerdings sollten dann die schriftliche Beschreibung und die Videoerklärung übereinstimmen. Bei „Trick 2: Zeitungsvorhersage“ ist die Vorführung im Heft anders beschrieben als im Video. Im Video lässt man zusätzlich einen Zuschauer zu Beginn einen Satz in dem Zeitungsausschnitt vorlesen. Im Heft nimmt man einfach den Zeitungsstreifen kopfüber hervor und beginnt sofort. Es wird nirgendwo erwähnt, dass es diesen Unterschied gibt, was verwirrend ist. Und die Video-Version ist auch komplizierter, weil man dann den Streifen vor den Augen der Zuschauer heimlich umdrehen muss.  Kurz gesagt, in der Video-Anleitungen werden ganz andere zusätzliche Griffe und Bewegungen gelehrt als in der schriftlichen. Das kann verwirren.

Die Sache mit der 3-D Brille

Die 3-D-Brille fehlt, aber Werbung ist dabei

Auf der Titelseite wird groß damit geworben, dass es 3-D-Erkärvideos zu allen Zaubertricks geben würde. Und wie das bei 3-D Aufnahmen so ist, braucht man dazu irgendeine spezielle Brille, um den 3-D Effekt sehen zu können. Aber wie groß ist die Enttäuschung bei den Kindern, die sofort loslegen wollen, dass diese Brille nicht im Kasten zu finden ist. Denn die muss jedes Kind sich extra per E-Mail bestellen und bekommt sie dann zugeschickt. Das alles ist zwar ohne zusätzliche Kosten (im Anleitungsbuch heißt es zwar „kostenlos“, aber eher sind die Kosten doch schon mit dem Kauf des Kastens mit bezahlt worden. Oder?), aber so ganz erschließt sich dem Rezensenten der Grund nicht, warum man in dem Kasten, der noch viel Platz geboten hätte, nicht einfach die Brille beilegt.

Aber vielleicht ist der Grund in dem Verfahren, wie man an die Brille kommt, zu finden? Man muss seine E-Mail-Adresse, seinen Namen, die Straße, Postleitzahl und den Ort an den Verlag schicken, und bekommt dann die Brille. Kurz: Der Verlag und die EB sammeln personenbezogene Daten von Kindern ein. Es gibt keinerlei weitere Hinweise, was sie mit diesen Daten machen, wozu sie vielleicht noch verwendet werden, ob sie weitergegeben werden, ob und wie lange sie gespeichert werden usw. Dieses Vorgehen ist nicht nur problematisch, sondern sogar illegal. Im Sinne der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) müssen schon vor der Datenerhebung die Nutzer bestimmte Informationen bekommen.

Der Datenschutzbeauftragte von NRW[2] sagt dazu:

Gemäß Art. 12 Abs. 1 DS-GVO sind die Informationen in präziser, transparenter, verständlicher und leicht zugänglicher Form sowie in klarer und einfacher Sprache zu übermitteln.“ Und da es hier um Kinder geht, fügt er an: „Nach Art. 12 Abs. 1 Satz 1 letzter Halbsatz DS-GVO fordert das Datenschutzrecht eine besondere Verständlichkeit der Informationen für Kinder. In Erwägungsgrund 58 der DS-GVO wird ausgeführt, dass Datenverarbeitungen, die sich an Kinder richten, aufgrund ihrer besonderen Schutzwürdigkeit Informationen und Hinweise in einer dergestalt klaren und einfachen Sprache erfolgen sollten, dass ein Kind sie verstehen kann. Auch regelt die DS-GVO, dass die Einsichtsfähigkeit eines Kindes erst ab Vollendung des vollendeten 16. Lebensjahres gesehen wird und es bis dahin der elterlichen Zustimmung bedarf (Art. 8 Abs. 1 DS-GVO).

Nichts davon wird davon in dem Zauberkasten erfüllt. Keine Information, keine ausdrückliche Einwilligung der Eltern wird eingefordert usw. Diese Informationen sind aber Voraussetzung, dass die Betroffenen ihre Rechte gemäß Art. 15 ff. DS-GVO wahrnehmen können. In meinen Augen ist dies nicht nur hochproblematisch, sondern geht weit darüber hinaus, auch und vor allem weil es um Kinder geht! Für mich reicht schon dies alleine aus, um zu sagen: Finger weg von dem Kasten der Ehrlich Brothers!

Zusammenfassung:

Den Kasten kann ich aufgrund der vielfältigen Mängel, angefangen bei der Altersangabe, der Trickauswahl, der Beschreibung und schließlich dem problematischen Umgang beim Einsammeln von personenbezogenen Daten von Kindern nicht empfehlen. Deshalb gibt es auch keinen einzigen Zauberzwerg.

0 von 5 Zauberzwergen (Zur Erklärung: Für die Wertung ist die entsprechende Anzahl farbig ausgemalt = alle farbig entspricht 5 von 5, keiner farbig entspricht 0 von 5)


[1] Ich habe extra noch einmal mit Grundschullehrern Rücksprache gehalten und wir waren gemeinsam der Meinung, dass diese Tricks für die angegebene Altersgruppe nicht geeignet sind.

[2] Für alle, die schon Ihre oder die Adresse ihrer Kinder an den Verlag geschickt haben und Aufklärung wollen oder sich beschweren wollen, können sich an den Datenschutzbeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen wenden. Hier gibt es nähere Informationen: https://www.ldi.nrw.de/mainmenu_Datenschutz/Inhalt/FAQ/Datenschutzverstoessen.php

16 thoughts on “Ehrlich, nicht zu empfehlen

  1. Danke, Ulrich Rausch, für diese ausführliche und sehr fundierte Rezension! Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Hier geht ganz offenkundig Kommerz und Eigenwerbung über alles. Schade. Dass ich künstlerisch nie ein Fan der beiden Brother war und ich ihren „Stil“ als höchst peinlich, da an billiger Anbiederung nicht mehr zu übertreffen, empfinde, spielt nun auch keine Rolle mehr.

  2. Super Ulrich, was du hier geschrieben hast. Es stimmt in allen Teilen.
    Mittlerweile denkt man sowieso, denen geht es nur darum möglichst schnell
    viel Geld zu verdienen. Wenn ich die Shows anschaue, dort gibt es wenig
    gute Zauberei, dafür viel Feuer und Krach. Jetzt wird die Zeit auch noch mit Musiknummern ausgefüllt – irgendwie schade, wie sie sich entwickelt haben.
    Hauptsache der Rubel rollt.

  3. Da sind durchaus Punkte dabei die die betreffenden Leute Verlag / EB überdenken sollten.
    Allerdings ist Neutralität oder anders gesagt Objektivität die Grundlage jeder seriösen Rezension. Wenn jedoch wie hier nur die Negativen Punkte erwähnt und auch bei der Aufzählung möglicher Gründe dafür ausschließlich negative bis niederträchtige Vermutungen gemacht werden, kann von Objektivität nicht die Rede sein. Und wie glaubhaft ist eine Rezension, die nicht objektiv ist?

    1. Nur zur Information: weder der Verlag noch die Autoren haben bis heute nicht auf meine Anfrage reagiert, die ich Wochen vor der Veröffentlichung geschickt hatte.

      Und:Welche positiven Punkte hätte ich erwähnen müssen?

      1. Ich würde auch nicht reagieren. Ich würde es definitiv kaufen. Also warum alles so schlecht reden? Hört man da den Neid raus? Weil die beiden einfach erfolgreich sind? Ich glaube, dass die beiden sehr an dem Datenschutz hängen. Ich glaube nicht, dass Sie das Gegenteil nachweisen können.

        1. Herr „p.m.“,

          wie so oft in Leben, ist der Glaube das letzte Mittel, mit dem man seien Irrtum retten kann.

          Wie der Zauberzwerg klar belegt hat, verstößt dieses Vorgehen der Bestellung via Email gegen die DSGVO.

          Offenbar war es den jenigen, die für dieses Produkt ihren Namen gaben, nicht wichtig.

          Da braucht es keine weiteren Beweise.

    2. Sorry Danja,
      aber ich kann hier weder Niedertracht (ebenfalls eine sehr schwerwiegende Unterstellung), noch Vermutungen erkennen.
      Die genannten Kritikpunkte sind aus meiner Sicht allesamt nachvollziehbar und gut begründet.
      Die meisten Zauberkästen für Kinder sind oftmals leider nicht wirklich kind- bzw. altersgerecht – weder von der Trickauswahl, noch von der Beschreibung her.
      Bei diesem hier trifft das in besonderer Weise zu.
      Als langjähriger Workshopleiter der MagicAcademy in Witten denke ich, dass ich das ganz gut beurteilen kann.
      Insofern auch von mir vielen Dank an Ulrich Rausch für diese fundierte Rezension.

  4. Vor dem Kauf wegen dieser Bewertung etwas gezweifelt, aber wegen den deutlich positiven Bewertungen bei Amazon dann doch als Geschenk für eine 9jährige gekauft.

    Wir hatten unseren Spaß, vielleicht weil es auch uns mehr um Unterhaltung, als um „ehrlich ernste“ Zauberei ging.

    Eine passende 3D-Brille hatten wir übrigens noch.
    Ansonsten hätten wir auch nicht die Angaben des Kindes verwendet. Wer macht sowas?

    1. Gute Bewertungen bei Amazon sind schon lange nicht mehr brauchbar. Es ist bekannt, dass es Firmen gibt, die Produkte für eine gute Bewertung gegen Erstattung des Kaufpreises abgeben. Dass dies Amazon nicht erlaubt, interessiert die Firmen wenig bis gar nicht, da sie dazu Agenten aus Fernost vorschieben.
      Dies einfach nur mal als grundsätzliche Information ohne Bezug auf den Zauberkasten.

  5. Inzwischen ist ein neuer Zauberkasten der Ehrlich Brothers erschienen. Unter der beratenden Mitarbeit von Andreas Sucker (MZvD-Mitglied und fleißiger Autor in der MAGIE) lernt man in „Mein erster Zauberwürfel“ (2021) u.a. die Wasserzeitung. Ist die für 6 jährige geeignet?
    Und wieder sollen Kinder per Mail ihre Wohnadresse an die Ehrlich Brothers senden, damit man eine Brille geschickt bekommt.

  6. Die Ehrlich Brothers sind eine bekannte Marke geworden. Es steht eine komplette Marketingstrategie hinter diesem Unternehmen und vor der Leistung der beiden hatte ich allergrößten Respekt, denn sie sind neben Siegfried und Roy die einzigen, welche ihre Show so erfolgreich ans Publikum bringen konnten und können. Ich mag ihren Stil und ihre Kunststücke allerdings auch nicht. Aber das ist letzten Endes Geschmackssache. Dies erst einmal grundsätzlich.
    Beschämend finde ich es allerdings (was die beiden und ihr Management genau so wenig interessieren wird, wie diese Rezension in einer Fachzeitschrift, weil diese außerhalb der Welt der Zauberer keinerlei Bedeutung hat), dass ohne Rücksicht auf Kollegen und Kolleginnen, die damit ihr Geld verdienen, solch wichtige Geheimnisse wie den Center Tear oder den Daumenschreiber sinnlos erklärt und verbreitet werden. Kein 7 jähriges Kind wird damit umgehen können (Ausnahmen mag es geben) oder so etwas auch nur ansatzweise in einer angemessenen Form zeigen können. Dass neben der zweifelhaften Datensammelwut die Kids sich auch noch bei den Erklärervideos im Netz vor dem eigentlichen Video auch noch Werbung ansehen müssen, obwohl der Kasten und damit auch die Erklärungen bezahlt wurden, schlägt dem Fass den Boden aus. Und hier scheint mir die Skrupellosigkeit dieses Unternehmens Ehrlich Brothers ein Ausmaß angenommen zu haben, welches moralisch völlig verwerflich ist. Denn mit seriösem Geldverdienen hat das meiner Meinung nach nichts mehr zu tun, allenfalls mit unermesslicher Gier.
    Und somit ende ich meinen Kommentar damit, dass ich den Respekt, den ich seinerzeit für die Leistung der beiden entgegenbrachte, völlig verloren habe. Auch, wenn es die beiden nicht die Bohne interessieren wird: Ich jedenfalls werde keine ihrer Shows sehen wollen, keine ihrer Tickets kaufen und auch sonst ihre Geschäfte weder direkt oder indirekt fördern, da die beiden ihren moralischen Kompass offenbar über Bord geworfen haben. Schade.

  7. Ich schäme mich fast, diese „Rezension“ und vor allem die Kommentare dazu zu lesen. Wie peinlich, erwachsene Menschen so neidisch gegenüber erfolgreichen Zauberern zu sehen. Es sind Zauberer, verdammt. Die gesamte Existenz der Zauberei basiert darauf, mithilfe von Verblüffung für Entertainment zu sorgen – die erfolgreichen Shows der Ehrlich Brothers bestätigen, dass sie es drauf haben!
    Eine solch subjektive Rezension, geprägt von Neid, sollte nicht veröffentlicht werden dürfen. Eine Schande, dass der Erfolg anderer einen zu solchem Hass bewegen kann. Ihr solltet euch alle schämen.

    1. Moin,
      Eine Rezension ist selbstverständlich immer subjektiv, denn es ist ja die persönliche Meinung des Autors zu einem Produkt. Sie muss nicht mit der Meinung des Herausgebers übereinstimmen (also hier mit meiner). Erfreulicherweise ist es in Deutschland ein Grundrecht, seine Meinung frei äußern zu dürfen – das ist nicht verhandelbar.
      Selbstverständlich muss das in gewissen Bahnen geschehen, also ohne persönliche Beleidigungen oder ähnliches. Das war sowohl im Beitrag von Ulrich Rausch der Fall und das ist auch im Kommentar von JG Magix der Fall.

      Dennoch bitte ich – falls weitere Kommentare geschrieben werden – auch weiterhin die Form des fairen Umgangs miteinander zu wahren. Bitte keine persönlichen Angriffe hier auf wen auch immer wegen unterschiedlicher Meinungen. Solche Kommentare werden hier nicht veröffentlicht und notfalls gesperrt.
      Danke für Euer Verständnis.
      Volkmar

      1. Ich habe heute einen Kommentar von b.metzler gesperrt, weil er genau das tat, was ich gestern ausdrücklich ausgeschlossen habe: Den Autor der Rezension persönlich angreifen.
        Es ist erlaubt, seine Meinung anzugreifen – nicht seine Person. Ich bitte diesen bedeutsamen Unterschied zu beachten.
        Volkmar

  8. Schaut Euch nur den einen Satz von Ulrich Rausch an: Weder der Verlag noch die Autoren haben bis heute nicht auf meine Anfrage reagiert. Kann jemand mit solchen semantischen Fehlern eine Rezension schreiben? Sicher nicht.

  9. Ich habe den Kommentar von Burghard nun doch freigegeben, da er mir versichert hat, dass es nicht seine Absicht ist, Ulrich Rausch oder sonst jemanden persönlich zu diffamieren. Er will darauf hinweisen, dass jemand, der eine Rezension veröffentlicht, einwandfrei formulieren muss. Jemand, der eine Rezension missverständlich formuliert, lässt die eigene Rezension unbrauchbar erscheinen.

    Das lasse ich unkommentiert stehen – und damit es unkommentiert bleibt, schließe ich jetzt für diesen Beitrag die Möglichkeit, Kommentare zu verfassen.
    Der Beitrag ist mehr als 2 Jahre alt und somit wohl hinlänglich „durchgekaut“.
    Schöne Grüße
    Volkmar

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