Porträt: ZaPPaloTT

Qualifiziert für die DM, Sparte Kinderzauberei

In dieser kleinen Serie sollen die Zauberkünstler*innen vorgestellt werden, die sich für die Deutsche Meisterschaft der Zauberkunst, Sparte Kinderzauberei, qualifizieren konnten. Sie waren bis jetzt in der heißen Vorbereitungshase, die ist nun erst einmal beendet, da die Magica 2020 ja wegen der Corona-Krise abgesagt wurde.

Dennoch sollen die Porträts jetzt erscheinen, denn immerhin haben die Zauberfreunde*innen bereits in den Vorentscheiden mit tollen Vorstellungen überzeugt. Diese Leistung soll hier gewürdigt werden.

Alle Fotos in diesem Artikel von Dita Vollmond

ZaPPaloTT, im zivilen Leben Christian Perleth, 35 Jahre alt,  hat sich in der Vorentscheidung in Mindelheim mit einem 2. Platz für die Meisterschaft in Fürstenfeldbruck, Sparte Kinderzauberei, qualifiziert. Ich habe ihn gebeten sich den Lesern für „Der Zauberzwerg“ vorzustellen.

Hallo, ZaPPaloTT, seit wann zauberst du für Kinder? Als Profi oder nebenberuflich?

Ich zaubere inzwischen seit 15 Jahren für Kinder. Auch im Nebenberuf kann man Profi sein, aber ich bin seit 6 Jahren Vollzeit-Künstler und lebe davon. Außer Zauberei bin ich auch als Schauspieler, Clown und Musiker unterwegs. Im Bereich Kinderzauberei mache ich ca. 120 Auftritte im Jahr.

Hattest du frühere Wettbewerbs-Erfolge außer der Qualifikation für Fürstenfeldbruck?

Ja, einen 1. Platz beim Publikumspreis „Bamberg zaubert“ 2010 und bei den MZvD-Vorentscheidungen 2013 in Dreieich einen 3. Platz in der Sparte Allgemeine Magie mit Vortrag

Wirst du an der DM in Fürstenfeldbruck teilnehmen? Warum?

Ja, das werde ich, und freue mich schon sehr darauf. Auch wenn dies nun erst 2021 sein wird . Ich möchte gerne meine Arbeit der Zauberwelt zeigen und ich würde mich über eine Platzierung freuen.

Wie bekommst du deine Ideen für eine Wettbewerbsnummer?

Foto: Dita Vollmond

Indem ich vor mich hin träume. Ich arbeite sehr gerne visuell mit schönen Bildern auf der Bühne. Das stelle ich mir dann vor und lasse meinen Kopf vor sich hin spinnen. Sehr gut klappt das bei mir beim Autofahren, oder kurz vor dem Einschlafen, da kann man schön träumen.

Dann spreche ich mit vielen Menschen (Freunden, Kollegen etc.) darüber, die wiederum Ideen haben, die wieder zu neuen Ideen führen. Das Schöne am kreativen Arbeiten ist, dass man nie weiß, was am Ende rauskommt, so überrascht man sich immer wieder selbst. Man sucht Lösungen für Probleme/Herausforderungen bei Effekten, scheitert und kommt durch dieses Scheitern auf ganz neue Ideen, auf die man ohne den Misserfolg niemals gekommen wäre.

So erschafft man im wahrsten Sinne des Wortes Wirklichkeit. Ich liebe den Prozess von der gedachten Idee bis hin zum fertigen Werk. Aus Gedanken Materie erschaffen, wie schöpferisch 🙂

Sind da Ratgeber (Regie, Choreografie, …) beteiligt?

Ja, ich spreche mit Zauberfreunden und Fachleuten aus anderen Bereichen (Schauspiel, Clowntheater, Pädagogik), Grafikern/Illustratoren

Wie bereitest du dich auf die Meisterschaft vor?

Zappalott taucht unter – copyright Vollmond Konzertfotografie

Es beginnt mit Proben im Probenraum. Dann gibt es Brainstorming und Proben mit Zauberkollegen und irgendwann wird das Programm bei Live-Auftritten getestet und bei Bedarf verändert. Und es wiederholt sich: Proben, Gespräche mit Kollegen, Testen bei Live-Auftritten, Auswerten…

Was war dein schönstes Erlebnis im Zusammenhang mit einem Auftritt vor Kindern?

Ich genieße jeden Moment, wenn ich vor Kindern zaubere, da sie so echt sind und so sehr im Augenblick sein können.

Ein besonders schönes Erlebnis ist es immer, wenn ich einen schwerkranken Jungen, der mein größter Fan und Stammgast in der ersten Reihe ist, zum Lachen und Strahlen bringen kann.

Ein sehr lustiges Erlebnis trug sich im Freibad in meiner Heimatstadt Würzburg zu:  Als ich privat mit einer befreundeten Familie mit Kindern im Nichtschwimmerbecken stand, stand plötzlich um mich herum eine Traube Kinder mit Zettel und Stift im Wasser. Die wollten ein Autogramm von mir – im Wasser 🙂 ! Die Großen hatten sich nicht getraut zu fragen, natürlich musste das kleinste Mädchen die Initiative ergreifen.

Und immer wieder schön finde ich es, wie Kinder in meinem Zaubertheater über sich hinaus wachsen und sich Dinge trauen, die die Erzieher*Innen nie für möglich gehalten hätten.

Was rätst du Zauberkünstlern, die Auftritte für Kinder planen?

Du kannst nur ein guter Zauberkünstler für Kinder sein, wenn Du gut mit Kindern umgehen kannst und dies auch von Herzen gerne tust. Behandle sie mit Anstand und Respekt und nimm sie ernst. Achte Ihre Selbstbestimmung. Frage Sie, ob sie etwas wollen, bevor du es tust.

Achte auf einen natürlichen Umgang mit Ihnen, sprich mit Ihnen ganz normal, ohne Verniedlichung und hohe Stimme, denn das nervt und ist total unnatürlich. Oder willst Du, dass man mit Dir so spricht?

Neben dem Umgang ist meiner Meinung nach die Qualität von entscheidender Bedeutung. Kinder haben wie Erwachsene qualitativ hochwertige Unterhaltung verdient. Investiere in Deine Ausstattung, Deine Kunststücke und vor allem in Deine Präsentation. Zeige keine Standardkunststücke, sondern mache deine Kunst zu Deiner Kunst.

Welche öffentlichen Auftritte hast du noch vor der Meisterschaft?

Bis Ende April sind alle Auftritte abgesagt wegen der Corona-Pandemie. Danach findet evtl. statt:

„ZaPPaloTT & das Gespenst aus der Gießkanne“

Am 16. Mai 2020 in Nürnberg, 13.00 Uhr und 15:30 Uhr im Rahmen von „Das Geheimnis von Schloss Almoshof“

Herzlichen Dank, ZaPPaloTT. Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Deutschen Meisterschaft, aber selbstverständlich auch privat und in deinen Berufen.

Weitere Informationen zu ZaPPaloTT finden sich auf seiner Homepage: www.zappalott.de , Kontakt ist möglich unter info@zappalott.de und Telefon: 0931 35818035

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